Antrag: Präsenzroboter für Stolberger Schulen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Haas,

 

der Ortsverband Gressenich, Mausbach, Schevenhütte, Werth, Vicht, Zweifall  der CDU Stolberg beantragt mit der CDU-Fraktion der Stadt Stolberg, Hauptausschuss und Rat mögen nach Beratung im Fachausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus beschließen, die Verwaltung zu beauftragen, das Konzept „Schülerroboter Charlie“ (Telepräsenzroboter) für die Anwendung auf die Stolberger Schulen zu prüfen und mit der Anschaffung dieser Geräte, den Schulen der Stadt Stolberg ein Werkzeug an die Hand zu geben, das den Rückstand von Schüler auffängt, die krankheitsbedingt ausfallen.

 

 

Begründung:

 

Das Konzept des Telepräsenzroboters wird aktuell am Inda-Gymnasium in Kornelimünster erprobt und erfreut sich dort großer Beliebtheit. Auch Stolberger Schulen haben bereits Interesse angemeldet. Die Vorzüge dieses Konzepts überwiegen unserer Meinung nach die Anschaffungskosten und könnten bei richtigem Einsatz zu einem Aushängeschild unserer Stadt werden. Wir haben uns als Stadt auf den Weg gemacht, die Digitalisierung unserer Bildungslandschaft zu vollziehen, dann sollten wir dies auch beherzt fortsetzen und zu Vorreitern der Region werden. Als erste Kommune der Region könnten wir diese Anschaffung tätigen und in ein festes Konzept für unsere Schulen überführen. Daher halten wir es für sinnvoll, das Konzept der Telepräsenzroboter am Beispiel des Inda-Gymnasiums zu prüfen und darzulegen, wie eine Umsetzung mit einem Leihkonzept für die Stolberger Schulen aussehen könnte. Wir sind der Auffassung, dass wir es nicht dem Einsatz der Schulen überlassen dürfen, ob so ein Konzept in unserer Stadt etabliert wird. Unsere Schulen haben eine Vielzahl von Aufgaben und sollten durch uns als Kommune die Unterstützung für solche Projekte erhalten. Im Anhang ist zur weiteren Information ein Kurzbericht des WDR angefügt, der ausführlich im letzten Monat darüber berichtet hat.

 

 

 

 

 

Auszug aus einer Mitteilung des WDR:

 

Quelle:

https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/teleroboter-aachen-schule-100.html

 

 „Der kleine Roboter vertritt praktisch die langzeiterkrankten Schüler am Inda-Gymnasium. Der "AV1" steht dabei einfach auf dem Schultisch, während das fehlende Kind zu Hause oder im Krankenhaus auf einem Tablet dem Unterricht folgen kann. Der Roboter verleiht dem kranken Schüler sozusagen Ohren und Augen im Klassenzimmer.

Teilnahme freiwillig

Der Kopf des kleinen Geräts lässt sich dabei über eine App aus der Ferne komplett im Kreis drehen. Über einen Lautsprecher sind sogar Wortmeldungen denkbar. Die Teilnahme ist während einer monatelangen Krankheitsphase dabei völlig freiwillig und wird nicht benotet.

Erster Schul-Avatar in NRW

Das Inda-Gymnasium in Aachen-Kornelimünster ist die erste Schule in ganz Nordrhein-Westfalen, die einen Telepräsenzroboter angeschafft hat. Insgesamt gibt es mittlerweile 26 solcher Avatare in Deutschland. Die meisten davon sind aber an Kinderkliniken im Einsatz.

Finanziert durch Spenden und Fördermittel

Der Telepräsenzroboter kostet 3.700 Euro und wurde am Inda-Gymnasium durch Spenden und Fördermittel finanziert. Außerdem muß die Schule 80 Euro monatlich für Wartungskosten bezahlen. Der "AV1" kommt aus Norwegen, wo er bereits öfters für langzeiterkrankte Kinder eingesetzt wird. In Norwegen sind es meist die Gemeinden, die die kleinen Roboter anschaffen und dann bei Bedarf an die Schulen verleihen.

Strenge Regeln für Schulroboter

Bisher wird der Telepräsenzroboter am Inda-Gymnasium von Schüler, Eltern und Lehrern gut akzeptiert. Damit die geschützte Umgebung des Klassenzimmers erhalten bleibt, gelten strenge Datenschutzrichtlinien. So sind beispielsweise Screenshots oder Aufzeichnungen verboten. Sobald jemand dieses versuchen würde, schaltet sich der "AV1" automatisch ab.

Soziale Teilhabe am Schulleben

 

Neben der Wissensvermittlung war dem Inda-Gymnasium der soziale Aspekt beim Einsatz der Telepräsenzroboter wichtig. Schüler, die sehr lange nicht zur Schule gehen können, verlieren den Kontakt zu ihren Mitschülern. Durch den Roboter können die erkrankten Kinder trotzdem Teil der Klassengemeinschaft sein.“ 

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Antrag Präsenzroboter
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