Vertrag ist unterschrieben: Action eröffnet im Herbst

1000 Quadratmeter im Parterre des Rathaus-Carrés . Mietvertrag über fünf Jahre. Fünf weitere Gewerbeeinheiten frei.

Verträge unterschrieben: Action eröffnet im Herbst eine 1000 Quadratmeter große Filiale im Rathaus-Carré am Steinweg. Foto: J. Lange
Verträge unterschrieben: Action eröffnet im Herbst eine 1000 Quadratmeter große Filiale im Rathaus-Carré am Steinweg. Foto: J. Lange

Als gestern Mittag Dr. Christoph Kösters zwei Bewohnerinnen zum gemeinsamen Ausflug abholt, ist die Unterschrift noch ganz frisch. Während der geschäftsführende Gesellschafter der Itertalklinik Seniorenzentren vermeldet, von den 33 barrierefreien Wohnungen im Rathaus-Carré vier vermietet zu haben, setzt Fred Pfennings als Eigentümer die Unterschrift unter den Vertrag mit der Warenhaus-Kette Action.

 

„Ein Frequenzbringer“

 

Der aus den Niederlanden stammende „Non-Food Discounter“ wird im Erdgeschoss des früheren Victor-Kaufhauses am Steinweg 1000 Quadratmeter übernehmen. Der Vertrag läuft über fünf Jahre mit den üblichen Verlängerungsoptionen, bestätigt Marco Stöhr auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir freuen uns, dass es nun doch gelungen ist, Action für den Standort Stolberg zu gewinnen und einen Impuls in der Innenstadt rund um das Rathaus zu setzen“, so Pfennigs Projektbeauftragter. Stöhr hatte erst im November die Nachfolge von Stefan Wallraven angetreten. Der hatte Action Mitte 2016 auch schon einmal „am Haken“, aber letztlich hatte die niederländische Konzernleitung beim Engagement in der Kupferstadt abgewunken.

 

Stöhr hat den Discounter von Stolberg überzeugen können. Vor wenigen Wochen wurden testweise Anlieferungsversuche unternommen, dann mussten noch die vertraglichen Feinheiten ausgehandelt werden. Dazu zählt, dass das Ladenlokal im Erdgeschoss entsprechend hergerichtet wird. „Der zeitliche Plan sieht derzeit eine Übergabe der Flächen im August 2017 vor“, avisiert Stöhr. Action kalkuliere zwei Monate für die Einrichtung, so dass mit einer Eröffnung ab Oktober gerechnet werden kann.

 

Im Parterre verbleibt eine weitere Gewerbeeinheit von rund 330 Quadratmetern in dem Bereich, wo mit Eingang an der Sonnental-straße früher der Tabakwarenladen von Petra Groten anzutreffen war, der mittlerweile in der Rathaus-Passage residiert. „Eine gastronomische Nutzung könnte sich für die verbleibende Erdgeschossfläche anbieten“, meint Stöhr. Zudem sind in den beiden Obergeschossen noch drei weitere Gewerbeeinheiten zwischen 80 und 220 Quadratmetern zu haben. Stöhr könnte sich eine Nutzung durch Anbieter aus dem Medizin- und Sanitätsbereich vorstellen. „Es würde sich anbieten, Synergieeffekte mit der Itertalklinik zu nutzen“, sagt Stöhr. Völlig offen sei bisher, wie 640 Quadratmeter im Kellergeschoss genutzt werden können. Zudem sind in dem Portfolio in der Passage noch die 250 Quadratmeter der früheren Rossmann-Filiale und die 45 Quadratmeter, die derzeit als Baubüro genutzt werden.

 

Begrüßt wird die Ansiedlung des Discounters durch Tim Grüttemeier: „Viele Stolberger freuen sich bereits auf das zusätzliche Angebot in unserer Stadt“, sagt der Bürgermeister. „Action ist ein guter Frequenzbringer“. Von einem solchen können die umliegenden Geschäfte profitieren und Fußgängerzone sowie Kaiserplatz würden weiter belebt. Nicht unterschätzt werden dürfe zudem der psychologische Effekt. „Die Gerüchte um das Victor-Erbe werden abebben“, so Grüttemeier weiter.

 

25 Jahre nach dem Bau seines Kaufhauses hatte sich Klaus Victor im Januar 2015 komplett aus der Kupferstadt zurückgezogen. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er die 1995 errichtete Passage an Fred Pfennings veräußert. Der Baesweiler Mineralöl-Händler und Tankstellen-Betreiber griff auch bei dem Kaufhaus zu und sondierte zuerst Einzelhandelsnutzungen. Während wenige Monate später klar ist, dass das Seniorenzentrum der Ankermieter wird, blieb bis gestern die Suche nach einem Nutzer des Ladenlokals im Parterre eine große Herausforderung.

 

Quelle: Stolberger Nachrichten / Zeitung