Bauarbeiter, können wir das schaffen?

Ferienzeit ist Sanierungszeit. Acht Turnhallen und Schulen stehen auf der Liste. Technischer Beigeordnete sagt: „Wir schaffen das!“

Die Sanierungsmaßnahmen im Überblick - Grafik: H.-G. Classen
Die Sanierungsmaßnahmen im Überblick - Grafik: H.-G. Classen

Die Dreifachturnhalle des Goethe-Gymnasiums ist seit 30 Jahren nicht ballwurfsicher – und keiner hat es gewusst. „Bei einer Routinekontrolle wurde festgestellt, dass beim Bau die falsche Deckenaufhängung installiert wurde“, sagt Ulrich Coopmann, Leiter der Hochbauabteilung der Stadt. Ein Glück also, dass bisher nichts Schlimmeres passiert ist, und dass zum Zeitpunkt der Entdeckung die Sommerferien bereits vor der Tür standen – die beste Zeit für eine so umfassende Sanierung wie diese. „Spätestens, wenn der Vereinssport im Oktober wieder losgeht, wollen wir fertig sein“, sagt Coopmann.

 

200 000 Euro wird die Sanierungsmaßnahme kosten. Denn es bleibt nicht beim Austausch der Lamellenaufhängung. „Wenn einmal die Decke unten ist, können wir auch direkt die Beleuchtung auf energiesparende LED umstellen“, so der Verwaltungsangestellte. Doch die Erneuerung der Hallendecke ist bei Weitem nicht das einzige Sanierungsvorhaben in den Sommerferien.

 

Auch in der Turnhalle der Grundschule Gressenich und in der Turnhalle am Donnerberg gibt es ein Problem mit der Decke. Die Platten sind nur genagelt, nicht verschraubt. „Das ist heute so nicht mehr zulässig“, sagt der Technische Beigeordnete der Kupferstadt, Tobias Röhm. Um die Hallen vor Fertigstellung der neuen Decke trotzdem den Schulen und Vereinen zur Verfügung stellen zu können, wurden zur Sicherheit bereits die Platten abgenommen. So sind sie zumindest für den normalen Sportbetrieb mit Ausnahme von Ballsportarten freigegeben.

 

„Ohne Deckenplatten kann auch nichts herunterfallen“, sagt Röhm. Laut Zeitplan sollen die neuen Platten bis zum Schulbeginn, spätestens aber bis Ende September fertig angebracht sein. Kostenpunkt pro Halle: 75 000 Euro. Ähnliche Arbeiten wurden in den Turnhallen der Städtischen Realschule und der Willi-Fährmann-Schule in der Talstraße bereits durchgeführt. „Wir führen bewusst nicht alle Maßnahmen gleichzeitig durch und ziehen die bedeutsameren Hallen vor, damit der Spiel- und Sportbetrieb nicht zu sehr leidet“, sagt er.

 

Voraussetzung dafür, dass die Stadt ihren straffen Zeitplan einhalten könne, sei, dass die beauftragten Firmen auch kämen und keine unvorhergesehen Schwierigkeiten aufträten. „Das steht dann nicht mehr in unserer Macht“, sagt Röhm. Es sei aber alles so weit abgesprochen, dass es auch klappen sollte.

 

In vollem Gange sind bereits die Arbeiten an den Außenanlagen der Städtischen Realschule an der Walther-Dobbelmann-Straße. Der Einbau einer Aufzugsanlage, um Barrierefreiheit zu gewährleisten, ist bereits abgeschlossen. Aktuell wird der Außenbereich umgebaut. Dazu werden sämtliche Zuwege zum ersten Schulhof neu gemacht, der zweite Schulhof insgesamt attraktiver gestaltet und eine große Treppenanlage mit Aufenthaltsqualität eingerichtet. Mit 339 000 Euro ist dieses Projekt das größte und teuerste.

 

Ebenfalls umfangreich sind die Maßnahmen an der Mehrzweckhalle in Vicht. Dort wird die gesamte Raumlufttechnik erneuert. Schon vor den Sommerferien wurde mit den Arbeiten begonnen und das warme Wasser abgestellt. Für 150 000 Euro werden jetzt die Heizung, die Lüftung und die Regelung komplett überarbeitet. Bis Ende August soll die Halle wieder benutzbar sein.

 

In einem ähnlichen Preisrahmen bewegen sich die Arbeiten am Stolberger Teilstandort der Willi-Fährmann-Schule. Nachdem dort die Turnhallendecke bereits im März fertiggestellt werden konnte, wird nun für 120 000 Euro das Heiz- und Lüftungssystem von analog auf digital umgestellt. Demnächst erfolgt die Heizungsregelung dann dezentral übers Internet von der Verwaltung aus. Der Kessel bleibt stehen, aber sämtliche Ventile und Thermostate müssen ausgetauscht werden. Durch die Umstellung soll das System energieeffizienter werden.

 

Das Bürgerhaus in Mausbach, in dessen Räumlichkeiten auch die Küche der nahe gelegenen Grundschule untergebracht ist, bekommt über die Sommerferien neue Fenster, ebenso steht diese Maßnahme für die innerstädtische Grundschule in der Grüntalstraße an. „Die alten Holzfenster waren noch einfach verglast und entsprechen so nicht mehr den aktuellen Energiestandards“, sagt Tobias Röhm. Die neuen Fenster sind dann aus Kunststoff und doppelt verglast.

 

In der Grundschule in der Höhenstraße wird der Betreuungsraum für den offenen Ganztag überarbeitet und mit neuem Parkettboden ausgelegt. Außerdem wird noch der Boden in zwei weiteren Klassenräumen abgeschliffen und neu versiegelt sowie mehrere Wände vom städtischen Maler neu gestrichen. Diese Baumaßnahme ist der insgesamt kleinste Posten und wird von Röhm und Coopmann auf etwa 10 000 Euro beziffert.

 

Bewilligt wurden sämtliche Sanierungstätigkeiten in den Sitzungen des Bau- und Vergabeausschusses am 16. Juni und am 7. Juli. Für die Gesamtkosten von rund einer Million Euro stehen Haushaltsmittel des allgemeinen Bauunterhalts zur Verfügung.

 

Längerfristige Baumaßnahmen wie die Arbeiten an der Realschule Mausbach oder an der Prämienstraße werden davon nicht beeinträchtigt. „Die laufen natürlich weiter“, sagt Coopmann. Bleibt nur zu hoffen, dass diesmal überall die richtige Deckenaufhängung installiert wird und keine weiteren Überraschungen warten.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten