"Zuhause vor dem PC bewirkt man nichts"

Der CDU-Kreisverband Aachen Land wird 70 Jahre alt. Sein Vorsitzender Axel Wirtz sieht ihn gut aufgestellt. Heute wird in der Burg Stolberg gefeiert.

Seit 1999 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Aachnerer Land: Axel Wirtz MdL
Seit 1999 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Aachnerer Land: Axel Wirtz MdL

Heute Vormittag wird im Rittersaal der Stolberger Burg gefeiert. Der 70. Geburtstag des CDU-Kreisverbandes Aachen Land gibt den Anlass dazu, und mit ihm „die politische Erfolgsgeschichte unserer Partei“, wie es Axel Wirtz formuliert. Der Kreisverbandsvorsitzende hat sich im Vorfeld des Jubiläums den Fragen von Michael Grobusch gestellt.

 

Wie sehr trüben die Ergebnisse der Landtagswahlen vom vergangenen Wochenende Ihre Freude?

Wirtz: In 70 Jahren hatte die CDU oft gute Ergebnisse, mitunter auch weniger erfreuliche. Insoweit wird das keine direkte Auswirkungen auf unseren Rückblick und die Freude über 70 Jahre erfolgreiche Politik im Kreis haben. Allerdings nehmen wir die Signale sehr ernst.

 

Die CDU in der Städteregion hat in der Flüchtlingspolitik bisher uneingeschränkt den Kurs von Angela Merkel unterstützt. Wird sich das unter dem Eindruck der AfD-Erfolge ändern?

Wirtz: Nein. In unserer Kreispartei wird die humanitär geprägte Flüchtlingspolitik unserer Bundeskanzlerin für richtig gehalten. Zu uns kommen Menschen, nicht Massen! Wir brauchen eine europäische Lösung und nicht neue Grenzen im 21. Jahrhundert.

 

Muss die CDU um ihren Status als Volkspartei fürchten?

Wirtz: Die CDU ist die einzige erfolgreiche Volkspartei der Mitte mit ausgewogenen politischen Positionen. Sie ist konservativ im Sinne von Beibehaltung des Bewährten und fortschrittlich im Sinne von offen für erforderliche und gewünschte Veränderungen.

 

Wie haben Sie die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen in der Städteregion bisher erlebt?

Wirtz: Es gibt eine wahnsinnig hohe Welle der Hilfsbereit in unserer Gesellschaft. Damit das auch so bleibt und die tatsächlich Hilfsbedürftigen weiter zu uns kommen können, brauchen wir schnellere Verfahren, konsequente Abschiebungen nach abgelehnten Anträgen und Einreiseverweigerung aus sicheren Herkunftsländern. 

 

Was verbindet die Kreis-CDU von 1946 mit der Kreis-CDU von heute?

Wirtz: Wertegebundene Politik und das christliche Menschenbild als Grundlage für unsere Arbeit. Frieden und Freiheit nach dem Krieg, Wirtschaftswachstum in den 60ern, die deutsche Einheit: Das alles ist mit den Buchstaben CDU verbunden.

 

Beim Festakt in Stolberg werden langjährige Mitglieder ausgezeichnet. Wie sieht es mit dem Nachwuchs der Partei aus?

Wirtz: Wir sind sehr zufrieden mit der Mitarbeit unserer jungen Leute, die in JU, unseren Vorständen und Fraktionen gute Arbeit leisten, neue Ideen einbringen. Sie werden als Kandidaten mit guten Wahlergebnissen ausgestattet und bewegen etwas. Meine Heimatstadt Stolberg ist ganz aktuell dafür ein hervorragendes Beispiel in Rat und Rathaus.

 

Was sagen Sie jungen Menschen, wenn Sie sie für die Mitarbeit in der CDU gewinnen wollen?

Wirtz: Politik heißt gestalten. Mach mit! Bei uns ist quer durch alle Themenbereiche die Chance gegeben mitzuarbeiten, sich je nach Interessenlage, Neigung, Ausbildung oder Beruf fachlich einzubringen. Alleine zu Hause vor dem PC bewegt man nichts.

 

Quelle: Stolberger Nachrichten / Zeitung