Stolberg rückt auf in den edlen Kreis der "Hammermann"-Städte

Stellprobe am avisierten Standort: In etwa diese Dimensionen soll der Stolberger Hammermann erhalten. Grafik: Stadtverwaltung
Stellprobe am avisierten Standort: In etwa diese Dimensionen soll der Stolberger Hammermann erhalten. Grafik: Stadtverwaltung

Zwei Ausschüsse, eine Skulptur: Sowohl der Kulturausschuss am Mittwoch wie auch der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am Donnerstag werden sich mit einer weiteren Schenkung von Prof. Dr. Roland Fuchs an die Kupferstadt, in der das Lied vom „Hammerschied“ zum historischen Kulturgut gehört, beschäftigen. Der soll nun auch sichtbar werden in Form des „Hammermanns“, einer überlebensgroßen Skulptur.


Den „Hammering Man“ hat der us-amerikanische Künstler Jonathan Borofsky. Die Skulptur stellt die bewegliche Silhouette eines Arbeiters dar, der einen Hammer gegen ein symbolisches Werkstück bewegt. Die Bewegung des Hammers selbst ist motorgetrieben, so dass keine schnelle Hämmerbewegung entsteht, sondern der Hammer genauso langsam gegen das Werkstück bewegt wird, wie er gehoben wird. Die erste Installation erfolgte 1979 in der Paula Copper Galery in New York. Mittlerweile stehen mehrere „Hammering Man“ an verschiedenen Standorten in aller Welt – etwa vor dem Frankfurter Messeturm, auf dem Aeschenplatz in Basel, im norwegischen Lillehammer sowie mehr als einem weiteren halben Dutzend Standorte in den Vereinigten Staaten.


In Stolberg soll der „Hammermann“ zukünftig die Ecke von Finkensief- und Zweifaller Straße prägen. Dort wo über Generationen eine Rotbuche gediehen ist, die vor wenigen Jahren nach Kanalarbeiten einem jüngeren Nachfolger gewichen war. „Es ist für Stolberg die sachlich, kulturell und historisch geeigneteste Stelle“, sagt Robert Voigtsberger.


Und der Beigeordnete verweist auf die industrielle Tradition der Kupferstadt und ihrer Arbeiter. Die beiden zunünftigen Nachbarn, die Dalli-Werke und die William Prym Holdung, haben denn auch keinerlei Bedenken und begrüßen die Aufstellung des Hammermanns. „Insbesondere aus der Sicht von Prym hat der Standort einen gewissen Reiz, da sich in der Nähe der ehemalige Kupferhof Dollartshammer befand“, berichtet der Kulturdezernent: „Dort ,hämmerte‘ um 1700 die Famille Prym und verarbeitete Messing“.


Der Landesbetrieb Straßenbau hat ebenfalls keine grundsätzlichen Bedenken, gibt aber Hinweise, die bei dem Standort nahe dem Einmündungsbereich der beiden Landesstraßen 238 und 220 zu beachten sind. Der Wasserverband Eifel-Rur und das Tiefbauamt machen auf Kanäle, Sammler und Regenüberlaufbecken aufmerksam.


Der Arbeitskreis Tourismus hat sich bereits positiv zum Projekt geäußert, und Prof. Dr. Roland Fuchs bemüht sich bereits beim Künstler um eine Lizenz für den Kupferstädter Hammermann. Der Medizinier hat sich bereits vielfach um Stolberg verdient gemacht und den Bürgern beispielsweise den Galminus-Brunnen geschenkt. Die Fensterläden der Burg, die Hinweisschilder auf bedeutende Persönlichkeiten der Stadt tragen ebenfalls die Handschrift des Vorsitzenden des Fördervereins des Museums in der Torburg.


Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten