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Jugend will inStolberg etwasin Gang setzen

Das Jugendparlament hat derzeit so viele Mitglieder wie selten zuvor. Die jungen Leute sind engagiert und haben konkrete Pläne. Unterstützung durch Rat.


Die Sprecher des Stolberger Jugendparlaments: Michelle Schäfer, Tobias Beisicht und Saskia Engelhardt (von links).Das Gremium will in der Stadt noch einiges bewegen.Foto: O. Hansen

Stolberg. Über die Zukunft Stolbergs sollen nicht nur die Erwachsenen bestimmen. Deshalb engagieren sich immer mehr Jugendliche im Jugendparlament der Stadt.

Im Gegensatz zu anderen Städten zeigt die Jugend in Stolberg durchaus großes Interesse an der Politik und den Entscheidungen im Rathaus. Und man will mitreden. Wie berichtet, läuft derzeit eine Umfrage des Jugendparlamentes an Stolberger Schulen, in der es darum geht, was Kinder und Jugendliche in der Kupferstadt vermissen und was sie besser machen wollen. Heraus gekommen ist eine ganze Liste von Vorschlägen, die bereits in der Stolberger Gesellschaft für Stadtmarketing und in anderen Gremien vorgetragen wurden.

Einmal im Monat tagt das Jugendparlament im Rathaus, und die Stühle im Konferenzraum sind bei jedem Treffen fast vollständig besetzt. „Wir hatten zwischendurch auch schon einmal Jahre mit weniger Teilnehmern, aber in diesem Jahr ist der Zuspruch sehr groß“, freut sich Michelle Schäfer über das Engagement der Jugendlichen in der Stadt. Michelle Schäfer gehört wie Tobias Beisicht und Saskia Engelhardt zum Sprecher-Trio des Parlamentes. Michelle Schäfer gehört dem Gremium inzwischen schon sechs Jahre an und nähert sich der Altersgrenze, die eigentlich für das Jugendparlament vorgesehen ist: Die jungen Politiker sollen zwischen zwölf und 21 Jahre alt sein. Michelle Schäfer ist 21 Jahre alt: „Aber wir nehmen das nicht so streng“, sagt die angehende Erzieherin, die zumindest in dieser Legislaturperiode noch in der Jugendvertretung mitarbeiten will.

Nicht gewählt

Auch Tobias Beisicht ist schon länger dabei. Der 20-Jährige wartet auf einen Studienplatz für das Grundschullehramt. Im Gegensatz zu anderen Kommunen werden die Mitglieder des Stolberger Jugendparlamentes nicht gewählt oder von ihren Schulen entsandt. Das Parlament für alle Interessierten offen. „Jeder kann mitmachen“, ruft Michelle Schäfer zur Beteiligung auf. Gleichwohl kommen die meisten Jungpolitiker aus Stolberg oder gehen hier zur Schule. Sie sind Mitglied in Stolberger Vereinen oder in der Jugendfeuerwehr. Im Parlament sitzen nicht nur Gymnasiasten.

„Die Mitglieder kommen praktisch aus allen Schulformen“, betont Schäfer. Gemeinsam will man etwas für die Jugendlichen in der Stadt bewegen. Entsprechend haben sich die Mitglieder des Jugendparlamentes darüber gefreut, dass ihnen Bürgermeister Tim Grüttemeier seine Unterstützung zugesagt hat. Außerdem wurden dem Parlament zwei Sitze als Sachkundige Bürger im Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit zugesprochen. Tobias Beisicht erinnert sich daran, dass Mitglieder der Jugendvertretung bereits das EU-Parlament in Brüssel beucht haben. Auch bei den Ratssitzungen in Stolberg waren Jugendliche zuletzt regelmäßig als Zuhörer vor Ort. „Wir haben uns dabei aber ziemlich verloren gefühlt“, bedauert Michelle Schäfer.

Bleibt der Weg in die Politik, um vielleicht später einmal im Stadtrat selbst mitreden zu können. Tobias Beisicht ist in die CDU eingetreten und für seine Partei im Beschwerdeausschuss vertreten. „Es ist spannend, das machen zu können“, so Beisicht. Der 20-Jährige verspricht allerdings, im Jugendparlament überparteilich weiter zu arbeiten. Mitglieder des Jugendparlamentes wirkten zuletzt bei der Museumsnacht im Zinkhütter Hof mit, sie werden sich auch an der Weihnachtskistenaktion für bedürftige Bürger in Stolberg beteiligen. Ein Projekt, das die Jugendlichen möglichst bald umsetzen wollen, ist die Errichtung einer Skaterbahn an der Ecke Schellerweg/Eichsfeldstraße. Außerdem wirken die Jugendlichen darauf hin, dass die Jugendtreffs in Münsterbusch und Breinig demnächst wieder geöffnet werden. Das Parlament tagt einmal monatlich dienstags von 18.30 bis 20 Uhr. Nähere Infos gibt es auf Facebook unter „Jugendparlament Stolberg“.