Grüttemeier: "Nach zehn Jahren kann es in Breinig endlich losgehen!"

 

Auf einen Ansturm jugendlicher Kicker setzt der SV Breinig mit dem Bau seiner Anlagen – erst recht nach dem WM-Titel. Foto: Stolberger Zeitung / Nachrichten
Auf einen Ansturm jugendlicher Kicker setzt der SV Breinig mit dem Bau seiner Anlagen – erst recht nach dem WM-Titel. Foto: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister überreicht Bewilligungsbescheid für den Neubau des Sportzentrums. Die Arbeiten beginnen im August.

„Ich habe eigens nachgeschaut“: Auf diesen Moment hat Dieter Jollet zehn Jahre und drei Monate hingearbeitet. Jetzt kann‘s richtig losgehen mit dem Ausbau des Sportzentrums Breinig. Gestern überreichten Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier und Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt dem Projektverantwortlichen des SV Breinig und Schatzmeister Siggi Matheis den Bewilligungsbescheid über den 900 000 Euro zählenden Zuschuss zur Schaffung der sportlichen Infrastruktur. „Nach den vielen Problemen in der Vergangenheit hoffe ich nun auf einen reibungslosen Bau der Anlagen“, wünschte der Bürgermeister den SVB-Repräsentanten.

 

Plätze im November bespielbar

Gegen Rechnung und Beleg können sie innerhalb von zwei Jahren abgerufen werden für die Schaffung eines Kunstrasenplatzes, eines Kleinspielfeldes, Flutlicht, Wege, Ballfangeinrichtungen, Lärmschutzwall und Funktionsräume wie Duschen und Umkleiden im neuen Vereinsheim. Zwei Jahre soll‘s freilich nicht dauern, bis die Breiniger Kicker auf Kunstrasen spielen können. Mitte Oktober wird der Spielverein seine Aschenplätze auf der anderen Straßenseite der Schützheide räumen müssen, damit das Neubaugebiet erschlossen werden kann.

 

Im November soll der Trainings- und Spielbetrieb auf dem Plastikrasen aufgenommen werden können. „Wir stehen in den letzten Verhandlungen mit einem renommierten Unternehmen, das innerhalb von vier Monaten die Plätze errichten kann“, sagt Jollet. Um den 20. August soll mit den Arbeiten dazu begonnen werden. Aber schon vorher sind die Breiniger gefordert. Mitte nächsten Monats wird mit Unterstützung des BSR Schotterwerkes mit dem Bau eines Versickerungsbeckens am Rande des neuen Sportzentrums begonnen. Nicht ganz so schnell wie mit den Spielplätzen wird es mit dem Bau des neuen Vereinsheims vorangehen können, bei dem der SV mit erheblichen Eigenleistungen glänzen möchte. Dazu zählt auch der Versammlungsraum mit Bewirtung in der oberen Etage.

„Und wir überlegen auch wieder, eine Aufsichts-Wohnung einzubauen“, sagt Jollet mit Blick auf Vandalismus und Diebstahl. „Das scheint heute wohl erforderlich zu sein.“ In den zurückliegenden Tagen wurde drei Mal in das alte Vereinsheim eingebrochen und dabei erheblicher Sachschaden verursacht.

 

Zusätzlich zu der städtischen Unterstützung werden die Breiniger rund 1,3 Millionen Euro an Eigenleistung aufbringen, um das Sportzentrum realisieren zu können. In eineinhalb Jahren möchten die Breiniger das moderne Zentrum einweihen können und hoffen, dazu wieder eine Top-Begegnung präsentieren zu können. Wer, ist freilich noch offen. Bekannterweise verfügen die Breiniger über gute Kontakte. Immerhin absolvierte die deutsche Nationalmannschaft am 15. Juni 2000 im Rahmen der Europameisterschaft  in Belgien und den Niederlanden eine Trainingseinheit, bei der Oliver Bierhoff durch seine Verletzung für Schlagzeilen sorgte, zur Einweihung des Rasenstadions gastierte am 1. August 1998 Borussia Dortmund und zum 85-jährigen Bestehen des FC Schalke 04 an der Schützheide. Kommen nun die Bayern? Alles nur Spekulation. Sicher ist, dass „wir nun nach vorne blicken“, sagen Jollet und Matheis. Die zurückliegenden Probleme und Hürden sollen Vergangenheit sein. Gegenwärtig ist vor allem der Dank der Breiniger an alle, die sich für das Projekt engagiert haben – „allen voran Albert Willms“, betont Dieter Jollet. Der hatte am 17. April 1996 in unserer Zeitung erstmals öffentlich die Pläne für den Sprung des SV Breinig auf die andere Seite der Kreisstraße 22 präsentiert. Damals sollte noch in Zusammenarbeit mit dem TC Breinig eine Fußball- und Tennisanlage entstehen, die Aschenplätze in ein Baugebiet umgewandelt werden. Im Laufe der Zeit sprang der Tennisclub ab, und erst einmal wurde 1997 mit dem Bau des Rasenstadions begonnen. Die Idee eines zweiten Platzes mit weiteren Trainingsmöglichkeiten blieb aber im Kopf und wurde intern 2004 reaktiviert. Am 21. Juni 2005 machte als Vorsitzender Dieter Jollet in unserer Zeitung einen erneuten öffentlichen Anlauf.

 

Arbeiten im Neubaugebiet

Auf einen regen Zulauf vor allem an Kindern und Jugendlichen hoffen die Breiniger ebenso wie der Bürgermeister aufgrund der neuen Anlagen und des vierten deutschen WM-Titels. „Solche Erfolge haben immer auch ihre Effekte für den Breitensport“, so Grüttemeier.

 

Die letzten Vorbereitungen laufen derweil bei Andreas Pickhardt in seiner Funktion als Geschäftsführer der Stolberger Bauland GmbH (SBG): Im Herbst beginnen die Arbeiten zur Erschließung des Neubaugebietes zwischen Corne­lia­straße und Schützheide. Baustraße, Kanal und weitere Infrastruktur werden geschaffen. Im Frühjahr sollen dann die Bauherren mit der Errichtung ihrer Häuser beginnen können.