Grüttemeier: Modellprojekt Hauptbahnhof auf den Weg gebracht - Service-Point Anfang Mai!

 

Großer Applaus für das zukünftige Servicezentrum im Hauptbahnhof (v.l.): Dr. Tim Grüttemeier (CDU), Franz-Josef Chantraine, Dieter Ganser (beide Axa), Axel Kahl (EWV), Hildegard Nießen (SPD), Manfred Kerschgens, Heinz Herbort (Kerschgens), Ewald Schmitz
Großer Applaus für das zukünftige Servicezentrum im Hauptbahnhof (v.l.): Dr. Tim
Grüttemeier (CDU), Franz-Josef Chantraine, Dieter Ganser (beide Axa), Axel Kahl (EWV),
Hildegard Nießen (SPD), Manfred Kerschgens, Heinz Herbort (Kerschgens), Ewald Schmitz.

Während draußen Intercity, Thalys und Güterzüge vorbeirauschen, spucken in steter Regelmäßigkeit die Regionalexpresszüge und die Euregiobahn ihre Fahrgäste am Stolberger Hauptbahnhof aus. 13 000 Reisende nutzen die Euregiobahn täglich – weit mehr als ursprünglich erwartet. 4433 Reisende nutzen nach DB-Angaben den Stolberger Hauptbahnhof im Jahresdurchschnitt pro Tag. Mit steigender Tendenz, denn mit dem Ringbahnschluss nach Alsdorf gewinnt er als Drehscheibe des regionalen Personenverkehrs weitere Bedeutung. Noch eilen die Fahrgäste am Hauptbahnhof vorbei. Anfang Mai wird sich das ändern. Dann eröffnet im sanierten und 1888 eröffneten Gebäude der Servicepunkt. Dort bietet die „Dorv“ (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung) als gemeinnützige Gesellschaft neben Barmen und Düren ihren dritten selbst betriebenen Laden – ein Zentrum mit umfangreichem Kiosk-, Service- und Informationsangebot. Auch in Vicht ist „Dorv“ bei der Etablierung eines Dorfladens engagiert. Vor gut zwei Jahren liefen die Vorbereitungen und Untersuchungen mit Unterstützung der Städteregion an. Auf Basis einer Bedarfsanalyse wurde ein Nutzungskonzept erstellt. Zumindest für die Anfangszeit ist bürgerschaftliches Engagement gefordert, um den Servicepunkt zu etablieren. Neben der Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), die im Hauptbahnhof ihren Betriebssitz hat, ist es Hildegard Nießen und Dr. Tim Grüttemeier gelungen, weitere namhafte Unterstützer zu finden. Intensiv haben sich die beiden Vertreter der großen Koalition um das Projekt gekümmert und für das Engagement für die Aufwertung Stolbergs geworben. Zahlreiche interessierte Vertreter von Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren der Einladung zu einem von Nießen und Grüttemeier moderierten Sponsorenempfang im Hauptbahnhof gefolgt, bei dem EVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil für weitere Unterstützung warb und „Dorv“-Geschäftsführer Heinz Frey seinen Verein und das Stolberger Projekt vorstellte.

 

Ein Modellprojekt
Dieses liegt auch Axel Kahl, Vertriebsleiter der EWV, Manfred Kerschgens und Heinz Herbort, Gesellschafter und Geschäftsführer der von Atsch aus im Stahlhandel operierenden Kerschgens-Gruppe, sowie Franz-Josef Chantraine und Dieter Ganser, Inhaber der Breiniger Axa-Versicherungen, besonders am Herzen. Weil sie sich für Stolberg engagieren wollen und weil sie dem Hauptbahnhof besonders verbunden sind. Die Breiniger erwarten noch den Anschluss ihres Ortes an die Euregiobahn, während Kerschgens dank eines eigenen Gleisanschlusses bereits in die Gunst des Schienentransportes kommt. Und die am Haltepunkt Altstadt residierende EWV ist bereits Partner beim Jülicher „Dorv“-Laden.

So soll‘s in wenigen Wochen aussehen: Am zentralen Theken- und Küchenbereich werden Speisen und Getränke frisch zubereitet.
So soll‘s in wenigen Wochen aussehen: Am
zentralen Theken- und Küchenbereich werden Speisen und Getränke frisch zubereitet.

„Weitere Partner sind willkommen“, sagt denn auch „Dorv“-Chef Frey, der das als Modellversuch des Landes gestartete Projekt skizzierte, das mittlerweile über Deutschland hinaus auf reges Interesse stößt. Ging es ursprünglich „nur“ darum, unterversorgten Stadtteilen eine Infrastruktur zu sichern, so wird am Beispiel Stolberg aufgezeigt, wie Angebote an Bahnhöfen zu neuem Leben erweckt oder erhalten werden können – für Städteregionsrat Helmut Etschenberg der Anlass, die Entwicklung des zukunftsträchtigen Modellprojekts in Stolberg intensiv zu unterstützen.Dies können Unternehmen nicht nur durch einfache Werbung, sondern „wir suchen auch immer lokale Partner, von denen wir unsere Waren frisch und regional beziehen“, berichtet Frey. Denn neben kühlen und warmen Getränken, belegten Brötchen, Backwaren und „Mahlzeiten wie bei Mutter“, Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstigen Dingen des täglichen Lebens und Reisebedarfs wird Service groß geschrieben.

Nachgedacht wird über eine Reinigungsannahme, erwünscht ist ein Geldautomat, eine klare Sache ist bereits ein Fahrradverleih. Eine Tankstelle für zwei- und vierrädrige Elektromobilität soll folgen.

Während mit dem Aachener Verkehrsverbund bereits Einigkeit über einen Fahrkartenverkauf besteht, zeigte sich Frey zuversichtlich auch eine Möglichkeit zum Verkauf von DB-Fahrkarten zu erreichen. „Die Verhandlungen laufen noch“.

Reisenden wird im Servicezentrum die Wartezeit mit einem Internetangebot verkürzt, auf einem Bildschirm werden Nachrichten aus aller Welt und lokale Neuigkeiten sowie die aktuellen Abfahrtszeiten von Bahnen und Bus präsentiert, und eine Lounge lädt nicht nur zum Verweilen ein. „Hier können sich Firmen präsentieren und kulturelle Veranstaltungen sollen den Servicepunkt noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken“, sagt Frey. Konzerte, Kabarett und Ausstellungen sind angedacht. Für Konferenzen stellt die EWV nach Absprache sogar ihren großen Sitzungssaal im Dachgeschoss des Hauptbahnhofes zur Verfügung. Das Servicezentrum ist Teil einer attraktiven Visitenkarte der Kupferstadt am Hauptbahnhof: Die Stolberg-Touristik wird auf ihr umfangreiches Angebot und die Schönheiten der Stadt hinweisen, ein Stadtplan zählt zu den Selbstverständlichkeiten, und eine jahrelang vermisste Selbstverständlichkeit für einen Bahnhof wird wieder Realität: Das Personal des Servicezentrums wird auch die neue schmucke Toilettenanlage im Hauptbahnhof betreuen.

 

Integrative Betreuung

Apropos Personal: Durchaus inklusiv packt „Dorv“ das Betreiben des Ladens an. Mit dem Landschaftsverband Rheinland laufen die Gespräche über die Führung als Integrationsbetrieb. „Die Einrichtung ist bestellt und wird derzeit speziell für Stolberg gefertigt“, sagt Frey. Zwei große Kühlschränke stehen bereits an einer Seite im Raum. Und eine mobile Thekenanlage lässt erkennen, wo in wenigen Wochen der Kern der Rundumversorgung im Hauptbahnhof stehen wird: eine kleine Küche, Regale und Thekenbereiche für die Frischeversorgung. In gut einem Monat können sie hereinströmen, die Reisenden und Kunden, die noch am Bahnhofsgebäude vorbeieilen.

 

Musikschule Merz sorgt für den richtigen Ton

Für die musikalische Umrahmung des Sponsorenempfangs, den Snacks aus dem Hause Küchen schmackhaft machten, sorgten die Saxophonisten David Bartusel und Daniel Imiela von der Stolberger Musikschule Merz – unter anderem mit Melodien von Herbie Hancok, Paul Desmond, Jow Garland und Stevie Wonder.