„Donnerberg-Kaserne bleibt Eckpfeiler des Standortes“

Beschaffungs-Diskussionen im „Boxer“-Chassis: Oberstleutnant Domes, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, die MdB Petra Müller und Bettina Herlitzius, Brigadegeneral Michael Hochwart, MdB Helmut Brandt und Oberst Hartwig (v.r.).
Beschaffungs-Diskussionen im „Boxer“-Chassis: Oberstleutnant Domes, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, die MdB Petra Müller und Bettina Herlitzius, Brigadegeneral Michael Hochwart, MdB Helmut Brandt und Oberst Hartwig (v.r.).

„Von den Gerüchten habe ich gehört“, sagt Thomas de Maizière (CDU). „Aber da ist nichts dran, die Donnerberg-Kaserne bleibt ein Eckpfeiler des Standortes“, hebt der Bundesverteidigungsminister bei seinem Besuch der Technische Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik in der Lützow-Kaserne hervor. Ab Ende des Jahres wird auf dem Donnerberg saniert und neu gebaut. Nach dem Wegfall der Rekrutenkompanie sind für das gut 180-köpfige Stammpersonal keine wesentlichen Veränderungen mehr vorgesehen.

 

„Elf Millionen Euro haben wir in den vergangenen Jahren in die Schule investiert“, so de Maizière. „Weitere 50 Millionen werden in den kommenden Jahren am Standort folgen.“ Mit dem Investitionsprogramm sollen vor allem die Unterkünfte auf einen neuen einheitlichen Standard gebracht und ein modernes Wirtschaftsgebäude errichtet werden.

 

Doch die Reform der Bundeswehr geht auch an den vier Kasernen nicht spurlos vorbei. Der Minister spricht von organisatorischen Veränderungen und einer „leichten Reduzierung von Dienstposten“ – in Relation zu den übrigen rund 40-prozentigen Kürzungen im Logistikbereich. Von bisher rund 1100 auf rund 750 wird die Stammbelegschaft reduziert. Konstant soll die Anzahl der Lehrgangsteilnehmer auf jährlich etwa 5000 betragen. „Dies ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Standort“, unterstrich Thomas de Maizière die Bedeutung der Bundeswehr für Handel und Gewerbe in Stolberg, Eschweiler und Aachen. Dabei befindet sich die Schule bereits in der Restrukturierung und ist seit 1. Juli dem Ausbildungskommando Heer unterstellt. Während der kommenden drei Monate werden die Bereiche Weiterbildung und Spezialstab für logistische Einsatzprüfung aufgelöst, konzeptionelle und organisatorische Aufgaben in das Amt für Heeresentwicklung und Ausbildungskommando Heer verlagert. Ab Mitte 2015 erfolgt die Umbenennung und Umgliederung in das „Ausbildungszentrum Technik Landsysteme“ , das die Aus-, Fort- und Weiterbildung rund um die Materialerhaltung des Heeres und der Streitkräfte gewährleisten soll.

 

Verstärkt und frühzeitiger einbezogen bei der Beschaffung neuer Systeme sollen die Logistiker werden, kündigte de Maizière bei seinem Rundgang durch die Schule mit Brigadegeneral Michael Hochwart an, bei dem sie von den Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt (CDU), Petra Müller (FDP) und Bettina Herlitzius (Grüne) begleitet wurden. Der „Boxer“ als neues gepanzertes Einsatzsystem, von dem die Bundeswehr 272 Einheiten in unterschiedlichen Ausführungen geordert hat, bot das passende Beispiel für diese Diskussion mit Oberstleutnant Domes und Oberst Hartwig.

Logistik stärker berücksichtigt

 

Bei seiner Beschaffung wurden die Logistiker nachträglich involviert. Beim Kauf des neuen Schützenpanzers „Puma“ saßen sie von Anfang an bei der Planung dabei. Das Beschaffungswesen werde so umgestellt, dass Nutzer und Instandsetzer von Anfang an in die Entwicklung von Systemen eingebunden werden, erklärte der Verteidigungsminister zur „integrierten Projektierung“. Mit ihr „spart die Bundeswehr Zeit und Kosten – und auch das spätere Schwarze-Peter-Spiel“, scherzte de Maizière in Anspielung auf jüngste Diskussionen zur Beschaffung von Drohnen und Hubschraubern.

 

Beeindruckt war der Minister auch von der „professionellen Improvisation“, die ein Gefechtsinstandsetzungstrupp von Hauptmann May und Stabsfeldwebel Rebhahn vorführte. Ausgeklungen ist der Ministerbesuch mit einem Gespräch und gemeinsamen Essen mit Führungskräften und Vertrauensleuten, an dem auch Stabsfeldwebel Ralf Daum aus Mausbach teilnahm, der vor drei Jahren das soziale Netzwerk für Soldaten, Reservisten und Angehörige www.bw-k.de gegründet hatte.

 

Quelle: Stolberger Zeitung

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