Schulpolitik - Koalition nennt Schwerpunkte

CDU Stolberg

 

Die Kupferstadt sieht sich durchaus als Vorreiter in Sachen Bildung. Lange bevor der Schulfrieden auf Landesebene geschlossen wurde, hatten sich Stolbergs Ratsfraktionen auf eine am Elternwillen orientierte Schulentwicklung eingeschworen, nach­dem die ersten Schritte zur Einführung der Ganztagsbetreuung politisch noch etwas holprig erfolgten.

«Heute bietet unsere Stadt als Vorreiter beste Bildungsmöglichkeiten für Kinder», bringt Hildegard Nießen (SPD) die Perspektiven aus Sicht der großen Koalition auf den Punkt. «Ein breites Angebot mit allen Schulformen sowie zeitgemäße Lehr- und Lernmittel unterstreichen, dass Stolberg für junge Familien ein idealer Standort ist», sagt Dr. Tim Grüttemeier (CDU).

Schulangebot als Standortvorteil

Die Koalition erhofft sich vom Aachener Campus-Projekt einen Zuwachs an Bevölkerung und will trotz angespannter Finanzlage und mit Unterstützung des Landes in die Qualität von Erziehung, Bildung und Ausbildung investieren. Dabei sollen sich die Schulformen mit Ganztagsangebot wie Mosaiksteine zu einem vielfältigen und durchlässigen Bild ergänzen.

4,6 Millionen Euro wurden seit 2003 alleine in den Ausbau des Ganztagsbetreuung an allen zehn Stolberger Grundschulen sowie einer Förderschule investiert, geht Jochen Emonds (CDU) ins Detail: «Damit sind wir ein Vorreiter in der Region». Ermöglicht wird dies auch durch das Engagement von Eltern, die in Trägervereinen das Nachmittagsangebot gemeinsam mit den Schulen auf die Beine stellen. Insgesamt 17,3 Millionen Euro wurden darüber hinaus seit 2009 in den Ausbau der weiterführenden Schulen investiert. «Auf Basis einer aktualisierten Schulentwicklungsplanung haben wir das Angebot auf den heutigen Bedarf ausgerichtet», betont Partick Haas (SPD). Der gebundene Ganztag wurde an der Mausbacher Realschule eingeführt, die mit 2,45 Millionen Euro als wichtiges Standbein im Südosten der Stadt zukunftsträchtig ausgebaut wurde.

Weitere 4,55 Millionen Euro wurden in die grundlegende Modernisierung der Realschule Liester gesteckt. Das Gebäude wird sukzessive als einer von zwei benachbarten Standorten als Stolberger Gesamtschule genutzt, die in diesem Schuljahr ihren Betrieb aufgenommen hat. Im Gebäude am Sperberweg, in dem bis dato die Gutenberg- und zuvor eine Hauptschule residierten, werden die ersten 120 Schüler unterrichtet, nachdem das Gebäude mit einem Aufwand von 1,4 Millionen Euro umgebaut wurde. Weitere 2,8 Millionen werden dort noch investiert. Für zukünftige Maßnahmen an den Stolberger Schulen gilt ein Maßnahmenkatalog, der im Rahmen von Priorisierungen, notwendige Investitionen auflistet, um auch zukünftig das gute Niveau an den Stolberger Schulen zu halten.

Parallel zur Einführung der «großen Gesamtschule» wurde das Konzept der Sekundarschule entwickelt. Während die Propst-Grüber-Hauptschule auf der Liester ausläuft soll die Hauptschule Kogelshäuserstraße die Heimat dieser «kleinen Gesamtschule» sein. Mit einem Aufwand von 2,45 Millionen Euro wurde sie bereits für den gebundenen Ganztag und im Fachbereich auf diese Aufgabe vorbereitet. Mit dem Antrag auf Einführung dieser neuen Form zu diesem Schuljahr war Stolberg erneut ein Vorreiter, allein es fehlte eine Handvoll Anmeldungen für die Anerkennung, während die Gesamtschule «überbucht» war.

Transfer zwischen Gymnasien

Dass die Sekundarschule, die in kleinen Klassenverbänden sowohl auf eine berufliche Ausbildung wie auf die Erlangung der Hochschulreife vorbereitet, im kommenden Schuljahr an den Start gehen wird, davon zeigt sich die große Koalition überzeugt. «Denn das Konzept ist explizit auf Stolberg zugeschnitten», unterstreicht Haas die Bedeutung der dreizügigen «kleinen Gesamtschule» - auch als wichtiger Baustein im Puzzle. Aufgrund der analog entwickelten Bildungsgänge ergänzen sich Sekundar- und Gesamtschule, so Emonds. Ein nahtloser Übergang in die Oberstufe sei von der Kogelshäuserstraße zum Sperberweg möglich. Und umgekehrt, so Haas, spiele die Sekundarschule neben der Realschule eine wichtige Rolle für Schüler, die vorzeitig von anderen weiterführenden Schulen wechseln wollen.

Eckpfeiler der Schulentwicklung bleiben die beiden Gymnasien mit ihren individuellen Stärken im sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bereich, wobei das «Goethe» einen bilingualen Zweig führt und das «Ritze» einen weiteren Schwerpunkt im künstlerisch-musischen Bereich setzt. Rund fünf Millionen Euro wurden in den Ausbau und Mensen beider Schulen investiert. Jetzt übernimmt die Stadt die Kosten für einen Transfer, damit die Gymnasien enger zusammenrücken können und den Schülern in den Oberstufen eine noch breitere Kombinationsmöglichkeit bei Leistungskursen geboten wird.

Kooperation mit Wirtschaft

Darüber hinaus sind alle Schulen fest verankert und vernetzt in individuellen Kooperationen mit Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistungsbranche sowie Institutionen, um Schülern praktische Einblicke ins Berufsleben zu vermitteln - ein Engagement, das die Koalition ausdrücklich lobt.

Sie bekennt sich ebenso eindeutig zur Inklusion und will sich der Herausforderung stellen, für alle Kinder mit ihren unterschiedlichen Entwicklungen den Besuch in der Regelschule ermöglichen. «Bisher konnten wir für alle Kinder im Einvernehmen einen geeigneten Platz finden», unterstreicht Dieter Wolf (SPD). Durchschnittlich zehn Schüler mit Förderbedarf sind so jährlich berücksichtigt worden. «Förderschule und Grundschulen kooperieren zur Integration und Inklusion außerdem mit einer regionalen Bildungsinitiative», ergänzt Paul Kirch (CDU).

Weitere Angebote in der Schullandschaft

In Trägerschaft der Städteregion ergänzt das Berufskolleg Stolberg/Simmerath das weiterführende Schulangebot in der Kupferstadt mit einem breitem Spektrum berufsorientierter Ausbildungsgänge.

Im Bereich der Sonderpädagogik sind die Regenbogenschule der Städteregion als Förderschule für geistige Entwicklung sowie die Gutenbergschule des Landschaftsverbandes mit dem Förderschwerpunkt Sprache im Schulangebot Stolbergs fest verankert.