Antrag: Konzept zur CO2-Reduzierung durch eine nachhaltige, naturnahe Waldbewirtschaftung auf städtischen Flächen

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Haas,

 

hiermit beantragen wir, Haupt- und Finanzausschuss sowie Rat mögen beschließen, das Forstamt zu beauftragen, ein Konzept für eine nachhaltige, naturnahe Waldbewirtschaftung zu entwickeln, das auf der einen Seite eine maximale CO2 -Speicherung ermöglicht und auf der anderen Seite Stolberg im Sinne der Naherholung und des Tourismus fortentwickelt, denn Stolberg kann zurecht als „Grüne Lunge der Region“ bezeichnet werden. Alleine der städtische Forst umfasst ca. 1400 Hektar Wald. Land und Holz NRW hat ebenfalls sehr große Flächen, die auf städtischem Gebiet liegen.

 

Begründung:

  

Unser städtisches Forstamt leistet mit seinen Mitarbeitern eine hervorragende Arbeit. Zur Unterstützung dieser gilt es, u.a. finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen, die dem Forstamt es ermöglichen, den Weg einer nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung konsequent zu beschreiten. Zur Erarbeitung des Konzeptes sollen folgende Indikatoren Berücksichtigung finden:

 

Zur Erarbeitung des Konzeptes sollen folgende Indikatoren Berücksichtigung finden:

 

  • Erträge aus der städtischen Forstwirtschaft haben keine Priorität mehr (schwarze Null ist keine Prämisse) à Es ist nicht das Ziel Gewinn zu erzielen

 

  • Anfallende Erträge sollen für die Aufforstung bestehender Flächen genutzt werden, um maximal CO2 in den städtischen Wäldern zu binden. Mittel für zusätzliche Aufforstungen sollen im Haushalt Berücksichtigung finden

 

  • Brachliegende städtische Flächen sollen bzgl. einer gezielten Aufforstung überprüft werden (Brachflächen-Screening).

 

  • Bestehende Waldbestände sollen konsequent mit Unterpflanzungen versehen werden, z.B. bei älteren Fichtenbeständen können pro Hektar zusätzlich ca. 3000 Bäume untergepflanzt werden (u.a. Buche, Weißtanne, Hainbuche, Winterlinde). Diese Schattenbaumarten wachsen dort bis zu 30 Jahre, speichern zusätzlich CO2, bis später gezielt Fichten in diesen Gebieten geschlagen werden, um eine Lichtung zu ermöglichen

 

  • In diesem Zusammenhang soll es einen konsequenten Aufbau von Mischbeständen geben, um den Wald so widerstandsfähig wie möglich zu machen und ihn vor aktuellen klimatischen Problemen (z.B. hohe Temperaturen in Kombination mit Schädlingen, wie den Borkenkäfern) zu schützen (siehe u.a. Waldbaukonzept NRW).

 

  • Es gilt der Grundsatz: Es sollen viele Baumarten unterschiedlichen Alters im Rahmen einer Mischbewirtschaftung angepflanzt werden.

 

  • In diesem Zusammenhang sollen Naturverjüngungen durchgeführt werden und Rückgassesysteme konsequent angelegt werden, um gezielt Baumbestände (art- und altersabhängig) zu schlagen, ohne massiv in die umliegenden Bestände eingreifen zu müssen.

 

  • Vermehrter Einsatz von externen Rückepferden (da wo es notwendig ist).

 

  • Den Einsatz von Forstmaschinen gilt es konsequent von der Witterung abhängig zu machen (d.h. kein Einsatz z.B. bei schlechter Witterung)

 

  • Weiterhin sollen die städtischen Wälder Zulieferer für die Holzindustrie sein, z.B. für die verarbeitende Industrie in Zweifall. Denn Holz bindet CO2 (Dachstuhl eines Einfamilienhauses besteht aus ca. 8 Kubikmeter Holz; Holz für Möbel und langlebige Holzprodukte erfüllen eine CO2 -Speicherung).

 

  • Zertifizierungen sollen angestrebt werden: FSC-Siegel, PEFC-Siegel u.a.

 

  • Biozideinsatz soll grundsätzlich untersagt und nur bei Ausnahmegenehmigungen möglich sein.

 

  • Erhaltung des Waldes neben der Holznutzung zur Naherholung (Waldklima, Spazieren, Erholung, Touristische Qualität des Waldes), wie es das Landesforstgesetz vorsieht.

 

  • Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten, z.B. in Verbindung mit dem historischen Sägewerk Zweifall.

 

è Ziel: Den Wald zielgerichtet bewirtschaften, um gesunden zukunftsfähigen Wald zu erhalten, der eine größtmögliche CO2-Bindung realisiert und gleichzeitig den Stolbergern und Gästen als „Naherholungsraum“ zur Verfügung steht.

 

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Antrag Konzept CO2 Reduzierung - Waldbewirtschaftung
Antrag Konzept CO2 Reduzierung - Waldbew
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