Weiter den erfolgreichen Kurs steuern

CDU nominiert: Feuerwehrchef Andreas Dovern tritt als Bürgermeisterkandidat die Nachfolge von Tim Grüttemeier an.

 Die Entscheidung fällt am Abend hinter verschlossenen Türen im „Vichter Landhaus“: Andreas Dovern soll Nachfolger von Tim Grüttemeier als Bürgermeister werden. Der 35-köpfige erweiterte Stadtverbandsvorstand der Stolberger CDU folgt einstimmig der Empfehlung des Partei- und Fraktionsvorsitzenden Jochen Emonds, den 36-jährigen Feuerwehrchef als Kandidat zu nominieren. Ende Januar/Anfang Februar soll die offizielle Aufstellung als Bürgermeisterkandidat durch die Parteibasis folgen

Jochen Emonds hatte im Sommer das Mandat erhalten, die Nachfolge Grüttemeiers vorzubereiten, als dieser sich für die Kandidatur als Städteregionsrat entschlossen und im Falle einer Niederlage auch eine erneute Kandidatur als Stadtoberhaupt ausgeschlossen hatte. „Ich habe interessante Gespräche geführt mit unterschiedlichen Kandidatinnen und Kandidaten“, berichtet am Rande der Sitzung Emonds, der eine eigene Bewerbung nach reiflicher Überlegung ausgeschlossen hatte. „Ich hatte bereits vor dem Bekanntwerden des Rückzugs von Helmut Etschenberg die Leitung der Oberstufe an unserer Gesamtschule zugesagt, und da stehe ich im Wort“, erklärt der Parteichef und freut sich, „einen idealen Bewerber“ präsentieren zu können.

 

„Andreas Dovern ist als Kandidat bestens geeignet, unseren erfolgreich eingeschlagenen Weg für die Kupferstadt weiterführen zu können“, so Emonds. Denn genau das wollten die Stolberger, die mit 66 Prozent für Grüttemeier gestimmt hatten und damit den von der CDU für diese Stadt eingeschlagenen Kurs des Aufschwungs goutiert hätten. An diesen Erfolg soll für die Christdemokraten nun Andreas Dovern anknüpfen. „Die Stadt ist weiter im Umbruch. Die eingestielten Projekte laufen gut und auf diesem Weg wollen wir Stolberg weiter nach vorne bringen“, betont Jochen Emonds.

 

Genau für diese Aufgabe sei Andreas Dovern der Richtige. Als Leiter der Stolberger Feuerwehr mit rund 550 Mitgliedern kenne er die Dienstgeschäfte einer Verwaltung ebenso wie das ehrenamtliche Engagement von der Pike auf. „Andreas Dovern hat seine Führungserfahrung bewiesen“, sagt Emonds: „Er kann auch eine Stadt leiten.“ Zudem sei Dovern als Leiter des Amtes für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungschutz auch über die eigentlichen Feuerwehrangelegenheiten hinaus eng mit der Entwicklung Stolbergs vertraut und verbunden.

 

Eine Einschätzung, die Tim Grüttemeier aus seiner Erfahrung als Verwaltungschef nur unterstreichen kann. „Bei der Planung der Entwicklung der Stadt und der Abwicklung der Baustellen sitzt die Feuerwehr ebenso mit am Tisch wie Andreas Dovern als Amtsleiter in allen Fragen meines Dezernates mit beteiligt ist“, sagt der Bürgermeister. Und dabei habe Dovern stets bewiesen, gerade in kritischen Situationen besonnen und vorausschauend zu reagieren: „Ihn bringt rund um die Uhr nichts aus der Ruhe.“

 

Vor die Lage kommen“

 

Zwei Beispiele nennt Grüttemeier. Als 2015 die Bezirksregierung anrief, abends kämen 150 Flüchtlinge in Stolberg an, habe er Dovern sofort die Organisation anvertraut, und bei Tihange sei er erst recht im Thema. „Von ihm habe ich den Satz gelernt, ,man muss vor die Lage kommen’“, sagt Tim Grüttemeier. Und ebenso wie er selbst kenne Dovern als Vater zweier Kinder die soziale Entwicklung der Stadt aus eigener Erfahrung.

 

Besonders zeichne ihn der Neuaufbau der Feuerwehr aus, in die er längst in viele Prozesse mit federführend eingebunden ist, erst recht in die vielen neuen Großveranstaltungen. „Ich habe mich gefreut, dass Jochen Emonds der Partei Andreas Dovern vorschlagen konnte“, sagt Tim Grüttemeier: „Er wird den eingeschlagenen Weg erfolgreich fortsetzen.“

 

Die lobenden Worte des Abends erfreuen auch den Kandidaten. Aber Andreas Dovern hebt erst einmal einen anderen Punkt hervor. „Ich bin tief mit dieser Stadt verbunden.“ Und das nicht nur als Feuerwehrchef, der 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche einsatzbereit für Stolberg ist – eine Stadt, deren kleinsten Winkel er wohl auch kennt. Es sei eine schöne Herausforderung für ihn gewesen, die Stolberger Feuerwehr zukunftsweisend aufstellen zu dürfen. „Bei Bürgermeister und Rat haben wir immer ein offenes Ohr für unser Anliegen gefunden.“ Als Feuerwehrchef habe er Führungskraft bewiesen und auch die Leitung der Stadt Stolberg traue er sich zu. „Ich möchte den eingeschlagenen Kurs fortsetzen und eigene Akzente setzen“, betont Andreas Dovern. Bei dem gut eingeleiteten Strukturwandel sei die Belegschaft der Verwaltung stark gefordert. „Sie sollen morgens gerne zur Arbeit kommen und sie abends gut gelaunt verlassen können“, setzt Dovern auf ein attraktives Arbeitsumfeld.

 

Die eingeschlagenen Maßnahmen des Entwicklungskonzeptes Talachse und der Sozialen Stadt will er weiter konsequent verfolgen und mit neuen Projekten fortführen. Zur Entwicklung der Stadt sei der weitere Ausbau als Industrie- und Gewerbestandort unabdingbar, um Arbeitsplätze zu schaffen und auch um Steuereinnahmen zu generieren. Ein Mehr an Sicherheit und Ordnung steht ebenfalls ganz oben auf der Liste der ersten Eckpunkte, die Andreas Dovern an diesem Tag nennt.

 

Dialog mit dem Kandidaten

 

Weitere will Dovern dann gemeinsam mit den Stolbergern erarbeiten. Erster Einsatz dabei ist an diesem Wochenende die Klausurtagung zum Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Noch wichtiger sind für Andreas Dovern aber die nächsten beiden Bürgerdialoge der CDU, der er seit 2008 angehört. Als einzige Partei in der Kupferstadt beteilige sie mit diesem Format die Bürgerschaft direkt. Jeder Interessent ist willkommen bei diesen Veranstaltungen mit den Christdemokraten über Probleme von heute und auch über Ideen für morgen zu diskutieren. Und jetzt natürlich auch den neuen Kandidaten für das Bürgermeisteramt besser kennenzulernen: am Dienstag, 4. Dezember, ab 20 Uhr in „Angie’s Bistro“ in Büsbach sowie am Mittwoch, 12. Dezember, ab 19.30 in der Breiniger „Zur Treppe“.

 

Eine Sache liegt Andreas Dovern dann aber doch noch direkt am Herzen: Das ist die klare Trennung von Amt und dem Wahlkampf: „Wenn ich Uniform trage, bin ich ausschließlich der Chef der Feuerwehr und nicht der Wahlkämpfer“, sagt er. Für die heiße Phase des Wahlkampfs werde er deshalb auch selbstverständlich Urlaub nehmen.

 

Feuerwehrchef ist seit zehn Jahren in der CDU

 

1982 in Eschweiler geboren, zog Andreas Dovern mit seinen Eltern 1987 nach Gressenich. Der Mittleren Reife folgte eine handwerkliche Ausbildung bei RWE bereits mit dem Ziel, Feuerwehrmann zu werden. Bereits im Jahr 1994 war er der Stolberger Jugendfeuerwehr beigetreten und wechselte 1999 schließlich in den aktiven ehrenamtlichen Dienst.

 

Seine Ausbildung begann Dovern am 1. April 2004 bei der Feuerwehr in Alsdorf in Ermangelung von Ausbildungsstellen in Stolberg. Seine weitere Karriere führte bis zum stellvertretenden Wehrleiter in Alsdorf. Als im Oktober 2013 die Leitung der Stolberger Feuerwache ausgeschrieben war, bereits mit dem Ziel Wach- und Wehrleitung wieder in einer Hand zu vereinen, bewarb Dovern sich erfolgreich. Zum 1. Januar 2014 trat er die Leitung der Feuerwache an, fünf Monate später übernahm er auch die Führung der Freiwilligen.

 

2012 heiratete er seine Silvia und ist Vater von Hendrik (6) und Theo (4). Bereits vor zehn Jahren trat Dovern der CDU bei.

 

Quelle: Stolberger Nachrichten / Zeitung