Außenstelle des Standesamts ist eröffnet

Eltern, deren Kinder im Stolberger Bethlehem-Gesundheitszentrum zur Welt bringen, können die Kleinen jetzt auch direkt dort anmelden lassen.

Das Stolberger Bethlehem Gesundheitszentrum ist das geburtenstärkste Krankenhaus der Region. Nun hat das Stolberger Standesamt hier eine eigene Servicestelle eingerichtet. Foto: S.-L. Gombert
Das Stolberger Bethlehem Gesundheitszentrum ist das geburtenstärkste Krankenhaus der Region. Nun hat das Stolberger Standesamt hier eine eigene Servicestelle eingerichtet. Foto: S.-L. Gombert

Acht Anmeldungen am ersten Vormittag: Sabine Roosen, Mitarbeiterin der Stadt Stolberg, hat in der neu eröffneten Servicestelle des Standesamts der Stadt Stolberg gleich direkt eine ganze Menge zu tun. Seit Montag können Eltern, deren Kinder im Bethlehem Gesundheitszentrum zur Welt kommen, ihren Nachwuchs gleich unterm selben Dach anmelden lassen. Und das Angebot wird auch rege genutzt.

 

„Wir vom Krankenhaus begrüßen sehr, dass die Stadt Stolberg dieses Angebot ermöglicht hat“, sagt Dirk Offermann, Geschäftsführer des Stolberger Krankenhauses, bei der offiziellen Eröffnung. „Das ist für die Mütter – und auch für die doch manchmal ganz schön nervösen Väter eine tolle Entlastung“, so Offermann. Er hoffe, dass die neue Anlaufstelle zur Baby-Anmeldung und die Schaffung einer neuen Teilzeitstelle in den Räumen des Krankenhauses auch die städtischen Mitarbeiter des Stolberger Standesamtes ein wenig entlaste.

 

Arbeit machen die Babys den Stolberger Verwaltungsmitarbeitern zur Genüge: Erst im vergangenen Jahr hat das Bethlehem – mal wieder – seinen Geburtenrekord geknackt und zählt regionsweit als das geburtenstärkste Haus. Und jedes in Stolberg geborene Kind muss auch hier angemeldet werden. Auch dieses Jahr, so schätzen Standesamt und Geburtenstation, wird es wieder mehr Stolberger Babys geben. „Alleine am vergangenen Wochenende haben wir 25 Kinder zur Welt gebracht“, sagt Uwe Heindrichs, Chefarzt der Geburtshilfe in Stolberg. Er schätzt, dass in diesem Jahr rund 1800 Kinder im Kupferstädter Krankenhaus das Licht der Welt erblicken. „Wir merken schon, dass langsam der Eschweiler-Effekt einsetzt“, sagt Heindrichs. Seit dem Oktober vergangenen Jahres arbeiten das Bethlehem und das Krankenhaus in der Nachbarstadt im Bereich der Geburtshilfe und der Gynäkologie zusammen: In Eschweiler finden seitdem keine geplanten Geburten mehr statt, in Stolberg hingegen gibt es keine geplanten gynäkologischen Eingriffe mehr. „Das haben die Leute mittlerweile verinnerlicht“, weiß Heindrichs. So sei in Eschweiler nur noch ein einziges Kind geboren worden – in der Notfallambulanz.

 

„Gerade für die Eltern, die nicht in Stolberg leben, wollen wir durch die Einrichtung der Servicestelle den Aufenthalt in unserer Stadt etwas angenehmer gestalten“, sagt Stolbergs Bürgermeister Tim Grüttemeier. Es gehe darum, lange Wartezeiten im Standesamt zu vermeiden. Auch einen Termin erst mehrere Wochen nach der Geburt sei für Familien von auswärts eher umständlich. „Daher sind wir sehr froh, dass wir hier im Krankenhaus geeignete Räume zur Verfügung gestellt bekommen haben, um unsere Dienstleistung hier anbieten zu können.“ Montags, mittwochs, donnerstags und freitags ist die Servicestelle im ehemaligen Büro der Rheumaliga, gleich im Foyer des Bethlehems, geöffnet. Von 9 bis 13 Uhr können Eltern hierher kommen, um die Anmeldung für ihre Kinder zu regeln.

 

Was Eltern alles mitbringen müssen, um ihr Kind erfolgreich anzumelden, das weiß Roland Gillessen vom Stolberger Standesamt: „Wir benötigen zur Anmeldung eines Kindes grundsätzlich die Geburtsurkunde der Eltern, eine Heiratsurkunde, wenn sie verheiratet sind und natürlich die gültigen Personalausweise“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter. Sollten die Eltern nicht gleich alles zur Hand haben, nimmt Sabine Roosen in der Servicestelle trotzdem schon einmal die Daten auf und leitet diese an die Kollegen im Standesamt zur weiteren Bearbeitung weiter.

 

Apropos: Die Verbindung der Außenstelle zum „Standesamt-Mutterschiff“ im Rathaus erfolgt über eine sichere VPN-Leitung. Das bedeutet, dass Sabine Roosen zwar über die Internetleitung des Krankenhauses arbeitet. „Wir als Klinik haben aber keinen Zugriff auf die Daten der Stadt“, betont Dirk Offermann. Dafür habe unter anderem auch die städtische Datenschutzbeauftragte gesorgt.

 

Kniffliger wird es unter anderem, wenn die Eltern eine andere Staatsbürgerschaft als die deutsche haben: „In Spanien beispielsweise gibt es ein ganz anderes Namensrecht“, so Gillessen. Spanische Eltern dürfen ihrem Kind also auch einen ganz anderen Namen geben als deutsche Eltern. Und bei fremdsprachigen Dokumenten benötigen die Standesbeamten eine entsprechend beglaubigte Übersetzung.

 

Einen entsprechenden Laufzettel mit Informationen, was zur Anmeldung eines Kindes alles zu beachten ist, wollen die Mitarbeiter des Krankenhauses künftig bereits bei der Anmeldesprechstunde an die werdenden Eltern austeilen. „Vielleicht legt sich dann der ein oder andere Vater die notwendigen Dokumente zurecht, bevor es mit dem Einsetzen der Wehen ins Krankenhaus geht“, sagt Uwe Heindrichs.

 

Die Außenstelle des Standesamts ist indes nicht die einzige Maßnahme, die ergriffen wird, um auf die stetig ansteigende Zahl an Geburten in Stolberg zu reagieren: Das Krankenhaus plant noch für dieses Jahr die Fertigstellung eines neuen Kreißsaal-Trakts. Bis Ende 2017 sollen insgesamt sechs Kreißsäle stehen. „Die Baugenehmigung der Stadt Stolberg liegt vor, wir befinden uns gerade in der Ausschreibung“, sagt Dirk Offermann. Noch im Laufe des Monats April rechnet er mit dem Spatenstich für den sternförmig angelegten Anbau, der an der Ritzefeldstraße entstehen wird. 1,5 Millionen Euro steckt die Klinik in den Neubau, 200 000 Euro Fördermittel hat die Stolberger Stadtverwaltung organisiert.

 

„Auch die Stadt Stolberg hat ein großes Interesse daran, dass das Krankenhaus mit dem Baufortschritt im Zeitplan vorankommt“, sagt Bürgermeister Tim Grüttemeier. Die Sanierung der Rathausstraße sei in enger Abstimmung mit dem Krankenhaus geplant worden – schließlich muss die An- und Abfahrt von Rettungswagen und für die Patienten der Klinik gewährleistet bleiben.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten