In der digitalen Welt geht es direkter zu

Wie sehr spielen Facebook und Co. für die Politik auch in Deutschland im Jahr 2017 eine Rolle? Hierzu wurden zahlreiche Politiker seitens der Stolberger Zeitung / Nachrichten befragt. Nachfolgend sind die Antworten der befragten CDU-Politiker zu sehen.

Bürgermeister der Kupferstadt Stolberg Dr. Tim Grüttemeier (CDU)
Bürgermeister der Kupferstadt Stolberg Dr. Tim Grüttemeier (CDU)

Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier

 

Ich nutze fast täglich Facebook, weil es eine gute Plattform ist, um schnell und unbürokratisch mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten und auch um städtische Projekte etwas ausführlicher darstellen zu können. Twitter nutze ich daher nicht, da man die meisten Vorgänge aus meiner Sicht nicht in 140 Zeichen erklären kann.

 

Als Bürgermeister versuche ich vor allem über unsere Aktivitäten in und für Stolberg zu informieren, während ich Diskussionen auch weiterhin lieber im persönlichen Gespräch führe. Es besteht bei Diskussionen in sozialen Netzwerken immer die Gefahr, dass diese entgleiten. Das liegt oft an Einigen, die versuchen mit Lügennachrichten zu hetzen und eine Kultur des Misstrauens und der Hysterie zu schaffen. Sich diesen Hetzern entgegenzustellen ist nicht immer einfach, aber glücklicherweise gibt es sehr viele Nutzer, die auch im Netz Zivilcourage beweisen.

 

Interessante Ideen gibt es viele und ich bekomme auch eine Menge persönliche Nachrichten mit guten Vorschlägen. In dem Zusammenhang war der erfolgreiche Einsatz für den Erhalt der Stolberger Notfallpraxis ein gutes Beispiel für das Potenzial der sozialen Netzwerke. Die Bürgerschaft hat sich über das Netz damals in Rekordzeit organisiert und so ein eindrückliches Zeichen für den Zusammenhalt in unserer Stadt gegeben. Die damalige Demonstration hat dem Krankenhaus und uns als Verwaltung in den Verhandlungen den Rücken sehr gestärkt.

Landtagsabgeordneter und -kandidat der CDU Axel Wirtz
Landtagsabgeordneter und -kandidat der CDU Axel Wirtz

Axel Wirtz

 

Ich konzentriere mich auf Facebook und Twitter und es gibt natürlich eine Homepage.

 

Es gibt kürzere Reaktionszeiten, man kann direkt situativ darstellen und nicht zeitverzögert, die Inhalte werden komprimierter dargestellt, es bestehen bessere Chancen für optische Anreize, sprich Fotos bzw. Grafiken. Manchmal sollte man allerdings vor Aktionen/Reaktionen noch einmal eine Nacht schlafen.

 

Ja. Denn man bekommt vielfältigere und weiträumigere Informationen, aus denen ich bereits die eine oder andere Idee entwickeln und umsetzen konnte. Auch hier besteht allerdings das Risiko, dass manche populistischen vordergründigen Darstellungen an Bedeutung gewinnen, die sie eigentlich nicht haben.

CDU Partei- und Fraktionsvorsitzender Jochen Emonds
CDU Partei- und Fraktionsvorsitzender Jochen Emonds

Jochen Emonds

 

Als CDU Stolberg betreiben wir einen Facebook-Account und eine Internetseite, auf der wir fast täglich neue Informationen hochladen. Hinzu kommen die Kanäle die von unseren Ratsmitgliedern, den Ortsverbänden, den Vereinigungen und von unseren Arbeitskreisen genutzt werden. Wir sind damit in wahrscheinlich jedem wichtigen sozialen Netzwerk vertreten, um möglichst transparent und für jeden zugänglich über unsere Arbeit zu informieren.

 

Das Internet sehe ich als Ergänzung zu unserer politischen Arbeit. Diskussionen jedoch lassen sich dort nur sehr schlecht führen, da das direkte Miteinander fehlt. Auch tummeln sich in den sozialen Netzwerken sehr viele Störer, die glauben für die ganze Bevölkerung sprechen zu müssen, obwohl es sich bei ihnen lediglich um eine Handvoll Ewiggestriger handelt, die sich gegenseitig aufstacheln. Politische Diskussionen gehören für mich in das reale Leben, in die Säle, in die Straßen und auf die Plätze unserer Stadt. Es gehört zu einer Demokratie, dass es dabei auch einmal etwas kontroverser zugehen darf. Bei unserer gemeinsamen Suche nach der besten Lösung sollten wir Demokraten uns aber immer mit Anstand und Respekt begegnen.

 

Der erfolgreiche Breitbandausbau in Stolberg geht zurück auf eine private Initiative, die auf Facebook ihren Anfang nahm. Als CDU haben wir uns dieser Initiative angenommen und wir haben uns gemeinsam mit unserem Bürgermeister Dr. Grüttemeier dafür eingesetzt, dass der Anschluss Stolbergs an eine schnelle und zuverlässige Internetverbindung bis Jahresende flächendeckend realisiert werden kann. Wer sich in den sozialen Medien mit konstruktiven Ideen einbringt findet in der CDU einen starken Partner.

 

Quelle: Stolberger Nachrichten / Zeitung