Einzelhandel soll sich breiter aufstellen

Bei der Sommertour in Stolberg rät MdB Helmut Brandt zu einer zusätzlichen Online-Präsenz.

Helmut Brandt MdB bei seiner Sommertour in Stolberg hier mit Ralf Wallraven, Karina Wahlen und Axel Wirtz MdL (v.l.) Foto: J. Lange
Helmut Brandt MdB bei seiner Sommertour in Stolberg hier mit Ralf Wallraven, Karina Wahlen und Axel Wirtz MdL (v.l.) Foto: J. Lange

Die Entwicklung im Einzelhandel gibt Helmut Brandt derweil zu denken. „Die klassischen Strukturen müssen sich heutigen Anforderungen öffnen“, sagt der 65-Jährige, der als Justiziar Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der CDU-Bundestagsfraktion ist. Dabei zielt das Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz auf das Internet. „Neben dem stationären Geschäft vor Ort sollten die Kaufleute zunehmend online ihre Waren und Dienstleistungen anbieten“, sagt Brandt.

 

Tourismus bringt Umsatz

 

So könnten sie sich nicht nur ein zusätzliches Standbein verschaffen, sondern der ohnehin zunehmenden Konkurrenz durch den Online-Handel begegnen. Eine Argumentation, die Landtagsabgeordneter Axel Wirtz und die stellvertretende Bürgermeisterin Karina Wahlen, die den Abgeordneten bei seiner Sommertour begleiten, nur unterstreichen können. „Im Internet kann man ja recherchieren, aber beim heimischen Handel sollte man dann ordern“, sagt Wirtz. Voraussetzung sei natürlich, dass die Geschäfte den Service der Beschaffung oder einer Online-Bestellung auch anbieten würden. „Wer das heute nicht tut, dem entgehen geschäftliche Chancen“, unterstreicht Helmut Brandt.

 

Wie das auch in Stolberg funktionieren kann, erläutert in der Bodega im Kupferhof Alter Markt Christian Clément. Neben dem klassischen Verkauf und Verköstigungen werden beispielsweise Bestell-, Liefer- und Versandservice angeboten. Clément kooperiert mit lokalen Restaurants und Gaststätten, engagiert sich bei Festivitäten in der Kupferstadt, bringt mit Events immer wieder Abwechslung. Das lockt Kunden an, die die Gastfreundschaft des Wahlstolbergers zunehmend schätzen lernen. „Ein erfolgversprechendes Modell“, sagt Brandt. Gezielte Neuerungen versprächen Aufmerksamkeit. Wie das von professioneller Seite gehandhabt werden kann, präsentierten Tamara Patrcevic und Susanne Kaivers-Gerads von der Agentur „Oecher Design“, die mit der „Kupfer in den Adern“-Kampagne für Aufmerksamkeit gesorgt hat und neue Publikationen für die Stadt herausgibt.

 

Modell für die Nahversorgung

 

Mehr Aufmerksamkeit auf die touristischen Besonderheiten der Kupferstadt lenken möchte Jürgen Gerres, der jüngst die Leitung der Stolberg-Touristik übernommen hat. In Helmut Brandt fand er als stellvertretendem Mitglied im Ausschuss für Tourismus des Bundestages einen interessierten und versierten Gesprächspartner. Eine erfolgreiche Intensivierung der touristischen Vermarktung stärke die lokale Geschäftswelt.

 

Einen anderen Ansatz, die Nahversorgung in ländlichen Gebieten zu erhalten, lernte Brandt im „Vichter Dorfladen“ kennen. Den Erhalt der Nahversorgung hatten die Bewohner vor zwei Jahren mit dem eigenen Laden und Café nach Schließung sämtlicher Geschäfte selbst auf die Beine gestellt. Dabei ist mehr entstanden als eine Verkaufs- und Lottoannahmestelle. Der Dorfladen ist sozialer Treffpunkt, hier kommt man zusammen, tauscht Neuigkeiten aus, erlebt Dorfgemeinschaft, berichtet Rudolf Vanderhuck als stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins. „Das ist ein schönes Beispiel für eine aktive Dorfgemeinschaft“, sagt Brandt. Der Vichter Dorfladen ist ein Vorbild für andere Ortschaften, in denen es keine Nahversorgung mehr gibt“.

 

Quelle: Stolberger Nachrichten / Zeitung