Der Entwurf für den neuen Kaiserplatz ist fertig!

Mehr Platz auf dem Kaiserplatz unter weitgehendem Erhalt seiner aufwendigen Pflasterung, zusätzliche Parkplätze, Bistro und Spielgeräte. Die kleine Ideenskizze kommt dem Entwurf bereits sehr nahe.Foto: J. Lange
Mehr Platz auf dem Kaiserplatz unter weitgehendem Erhalt seiner aufwendigen Pflasterung, zusätzliche Parkplätze, Bistro und Spielgeräte. Die kleine Ideenskizze kommt dem Entwurf bereits sehr nahe.Foto: J. Lange

„Es gab super tolle Ideen“. Tobias Röhm kommt richtig ins Schwärmen, wenn er über die Planungswerkstatt zum Kaiserplatz plaudert. Jede Menge konkrete Anregungen lieferten die Bürger vor vier Wochen.


Drei Ideenskizzen hatte die beauftragte Planerin Andrea Winterscheid als Gedankenanregung unterbreitet. Damit man sich vorstellen kann, was machbar sein könnte. Dann griffen die gut 50 engagierten Stolberger zu Papier und Bleistift und legten selber los. So kam eine ganze Palette von Anregungen zusammen – teils ergänzend, teils konträr, aber in einem Punkt immer einig: Der Kaiserplatz ist und soll weiterhin ein würdevolles Zentrum der Kupferstadt sein, aber auch ein Platz, der für Veranstaltungen besser nutzbar ist und auch dank einer Außengastronomie belebter sein soll.


Und das wird er auch sein können, wenn man auf den Entwurf blickt, den Andrea Winterscheid nach umfangreicher Auswertung der Anregungen der Bürgerschaft mittlerweile erarbeitet hat. Auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 5. März (Rathaus, ab 18 Uhr) wird die Entwurfsplanung der Politik zu Entscheidung vorgelegt.


Der Entwurf orientiert sich an dem symmetrischen und achsialen Aufbau der vorhandenen Gestaltung. Die Pflasterbänder, die den Platz in zwei harmonisch abgestimmte Teile gliedern, sollen erhalten bleiben. Raum – für Veranstaltungen, Festzelte und Märkte – wird dadurch gewonnen, dass die inneren Pflanzbeete entfernt werden. Die heute dort wachsenden Bäume sind jung genug, um an anderer Stelle wieder eingesetzt werden zu können. Auch im hinteren, bislang düster wirkenden Bereich sollen die inneren Beete entfernt werden, um Raum, Licht und Luft zu schaffen. Auch zwei Linden sollen dort an der Achse weichen, um einen Blick auf das alte Gymnasium zu gewähren. Dies ist auch der historische Mittelpunkt der alten Platzanlage um 1890, ein Punkt, der durch eine Stele hervorgehoben werden könnte.


Im Kreuzungspunkt der querenden Achsen, etwa dort, wo heute der Brunnen ist, sollen weiterhin Wasserspiele sein – jedoch weniger dominant, aber unter Verwendung des derzeitigen Materials. Weiterhin besteht die Möglichkeit in die Achse das Wasserspiel durch in den Boden eingelassene Sprudler zu ergänzen.


Im hinteren Viertel zur alten Post hin ist der Standort für ein transparentes Bistro mit Außengastronomie. Deshalb dort, weil die Sonne optimal ausgenutzt werden kann, eine Aussicht auf das Geschehen mit Sichtbeziehung zum Rathaus und der vordere Kaiserplatz für Veranstaltungen frei bleibt. Vor dem Bistro soll sich eine Terrassenfläche bis zur gegenüber liegenden Seite in Richtung Drummen-Villa hinziehen. Auf dem dortigen Platzviertel könnten wenige kleinkronige Bäume mit begehbarer Baumscheibe die an die Tuilerien erinnernde historische Gestaltung aufgreifen. Auf der hinteren Platzhälfte sollen Spielmöglichkeiten für Kinder geschaffen werden. Auch eine Boule-Bahn ist angedacht.

Auf der etwas größere Hälfte zwischen Wasserspielen und Rathaus sollen die aufwendigen Pflasterungen erhalten bleiben. An beiden Enden des Platzes (zur ehemaligen Fahrbahn der Rathausstraße hin) sollen jeweils kleine Plätze mit einem neuen Belag entstehen. Für die Seite zur Apotheke als Entree sind eine Infosäule und Sitzwürfel angedacht. Gegenüber soll weiterer Platz für die Außengastronomie der Eisdiele angeboten werden. Weitere Sitzgelegenheiten sind entlang der verbleibenden Beete sowie an der Stirnseite und bei den Wasserspielen vorgesehen.


Ein völlig neues Beleuchtungskonzept – die umliegenden historischen Fassaden werden dabei integriert – wird die bisherigen Straßenlaternen überflüssig machen, so dass die Nutzbarkeit des Platzes verbessert wird. Außerdem sollen für Veranstaltungen erforderliche Versorgungsleitungen bei der Neugestaltung integriert werden.


Die Unterpflanzung der Bäume in den verbleibenden Beeten soll komplett erneuert werden mit Ziergräsern und blühenden Bodendeckern. Fünf der alten Kastanien sind so krank, dass sie entfernt werden müssen. Drei werden ersetzt durch Bäume aus der inneren Reihe. Zwei dieser Standorte entfallen zugunsten der beiden neuen Platzenden. Außerdem sind zusätzliche Parkplätze entlang der Straße an der Stirn und Seite des Kaiserplatzes vorgesehen.


Mit grob 530 000 Euro ist der Umbau im Entwicklungskonzept beziffert. Dem Plazet des Ausschusses folgt eine konkrete Kostenberechnung, damit Ende März der Förderantrag gestellt werden kann. Nach der Bewilligung stehen Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe an, so dass mit einem Baubeginn zum Jahresende gerechnet wird.


Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten