Kunibert Matheis bleibt CDU-Chef in Stolberg-Mitte

Wahlversammlung mit lebhaftem Bürgerdialog auf dem Donnerberg. Anwohner fürchten Beeinträchtigung durch Stadtrandsiedlung.


Die verjüngte Vorstandsmannschaft: Joachim Offermann (von links), Carolin Sieven, Tobias Beisicht, Jürgen Gerres, Kunibert Matheis, Eberhard Koslowski und Jochen Emonds ziehen jetzt für den CDU-Ortsverband Stolberg-Mitte an einem Strang. Foto T. Dörflinger  

Kunibert Matheis ist der alte und neue Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Stolberg Mitte. Der 64-jährige ehemalige Berufssoldat konnte 19 der 20 abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Damit nimmtMatheis seine vierte Amtsperiode in Angriff. Ihm zur Seite stehen als stellvertretende Vorsitzende Carolin Sieven und Eberhard Koslowski. Sie erhielten ebenfalls das Votum der Versammlung.

 

Neben Matheis, Sieven und Koslowski gehören zum Vorstand des CDU-Ortsverbandes Stolberg-Mitte: Jürgen Gerres (Geschäftsführer), Joachim Offermann (Werbebeauftragter) sowie Tobias Beisicht und Jonas Kirch (Beisitzer).

Neben Wahlen stand aber im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung ein Bürgerdialog, der das Interesse von rund 30 weiteren Besuchern fand. Dominiert wurde der Dialog vom geplanten Neubaugebiet Stadtrandsiedlung (wir berichteten). Um den Besuchern dazu Informationen aus erster Hand anbieten zu können, hatten die Christdemokraten Bürgermeister Tim Grüttemeier eingeladen. Schnell kristallisierte sich bei der Diskussion heraus, dass die Gegner des Projektes in der Überzahl waren. Sie machten ihren Bedenken Luft, indem sie ein nicht vorhandenes klimatologisches Gutachten, eine zu dichte Bebauung, Wegfall einer grünen Insel und einer wichtigen Frischluftschneise sowie eine nicht vorhandene Verkehrslenkung bei Aufnahme der Bauarbeiten, bemängelten. Auch wurde kritisch angemerkt, ob denn die von ihnen gesammelten 1300 Unterschriften gegen das geplante Projekt kein Argument dafür seien, von einer Bebauung der Wiesen- und Sportflächen oberhalb der Straße Trockener Weiher abzusehen. Des weiteren wurden Bedenken gegen ein zu erwartendes erhöhtes Verkehrsaufkommen formuliert.

Bebauung zu dicht?

Die Bedenken bezüglich Verkehrsaufkommen und Lenkung der Baufahrzeuge, versuchte Grüttemeier zu zerstreuen, indem er versicherte: „Ohne eine vernünftige Lenkung und Planung des zu erwartenden Verkehrsaufkommens einschließlich der Routen der Baufahrzeuge wird in der Stadtrandsiedlung kein Spatenstich getan.“ Auf die als zu dicht empfundene Bebauung angesprochen meinte der Bürgermeister: „Bisher ist das Ganze nur ein Entwurf und kein fertiger Bebauungsplan. Weitreichende Änderungen sind jederzeit noch möglich“ und verwies damit auf die noch ausstehenden Bürgerbeteiligungen und -versammlungen. Zuvor hatte Matheis die Anträge der CDU vorgestellt, die für das geplante Neubaugebiet unter anderem die Anlegung eines Dorfplatzes, den Bau eines multifunktionalen Zentrums und den Bau von altersgerechten Wohnungen vorsehen. Thema des Bürgerdialogs waren auch die Sebastianus- und Rhenaniastraße. So wurde von den anwesenden Bürger bemängelt, dass auf der Sebastianusstraße trotz Markierungen und Warnbaken immer noch zu schnell gefahren werde.

Zu diesem Thema nahm auch das CDU-Ratsmitglied Paul Kirch Stellung, das der Versammlung mitteilte, dass der vorgesehene Ausbau der Sebastianusstraße sich erheblich verzögert, weil der Bau des vorgesehen Radweges nun nicht im Gehwegbereich sondern im Straßenraum erfolgen müsse.

Bezüglich Rhenaniastraße wurde von einer Bürgerin die Einrichtung einer Ampelanlage am Einmündungsbereich Münsterbachstraße vorgeschlagen. Abgeschlossen wurde das Diskussionsforum indem Matheis die Bebauung des früheren Vegla-Kistenplatzes mit Einkaufsmärkten als Erfolg wertete.

Dem anschließend folgenden Wahlprozedere war ein Bericht des alten und neuen Vorsitzenden voraus gegangen, der noch einmal die für die CDU erfolgreich verlaufene Kommunalwahl in Erinnerung rief. In diesem Zusammenhang bedankte sich Matheis bei dem Wahlkampfteam, das allein schon durch die Hinzunahme von jüngeren Mitgliedern eine Aufwertung und Konzentrierung erfahren habe. 

Quelle: Stolberger Nachrichten / Zeitung