Servicepunkt am Hauptbahnof eröffnet! "Türklinken putzen" und zahlreiche Gespräche haben zum Erfolg geführt!

 

Der lange erwünschte Servicepunkt im Hauptbahnhof ist eröffnet. Damit stehen erstmals seit dem Ende der Bahnhofsgastronomie in den 80er Jahren auch wieder Toiletten zur Verfügung. Foto: Stolberger Zeitung
Der lange erwünschte Servicepunkt im Hauptbahnhof ist eröffnet. Damit stehen erstmals seit dem Ende der Bahnhofsgastronomie in den 80er Jahren auch wieder Toiletten zur Verfügung. Foto: Stolberger Zeitung

 

Der erste Kunde betritt kurz nach 6 Uhr den Laden. „Natürlich Kaffee“ will er haben, sagt Sonja Simons. Eine Premiere für die Stolbergerin, eine Premiere für die Kupferstadt. Seit gestern ist der Servicepunkt im Hauptbahnhof geöffnet. Ein belegtes Brötchen und einen Kaffee zum Mitnehmen gibt‘s als Eröffnungsangebot, sagt der Werbeaufsteller am Bahnsteig, und im Laufe des ersten Tages finden immer mehr Kunden den Weg zu diesem neuen Angebot, das die Bedeutung Stolbergs als Dreh- und Angelpunkt des regionalen Schienenverkehrs unterstreicht.

 

Weit mehr als ein Kiosk-Angebot

 

Das betonen auch die prominenten Gäste, die sich mittags zu einer kurzen Eröffnungsfeier einfinden. Sie sind eng mit der Realisierung des Servicepunktes verknüpft. Die Städteregion hat sich bei der Machbarkeitsstudie für dieses Modellprojekt engagiert, das von der „Dorv“ (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung) als gemeinnützige Gesellschaft betrieben wird. Der Servicepunkt ist nicht nur Anlaufstelle für Dinge des täglichen Bedarfs – angefangen von Kaffee, Brötchen, Getränke, Obst, Süßigkeiten, Zeitschriften oder Tabakwaren, die auch ein Kiosk bietet – sondern stellt darüber hinaus den Dienstleistungsgedanken in den Mittelpunkt. Ein Angebot, das in den kommenden Wochen ausgeweitet werden soll, denn noch harren einige technische Voraussetzungen ihrer Installation. Fahrkarten wird es wieder im Hauptbahnhof geben, DHL und Post werden vertreten sein, und auch die VR-Bank möchte sich hier in Stolberg engagieren. Den Bezug zu ihrem Standort in der Kupferstadt dokumentieren weitere Unternehmen durch ihr Engagement für den Servicepunkt. Der Energieversorger EWV prüft noch die Einrichtung einer Strom-Tankstelle, Manfred Kerschgens und Heinz Herbort, Geschäftsführer der von Atsch aus im Stahlhandel operierende KerschgensGruppe, unterstützen den neuen Anlaufpunkt ebenso wie Franz-Josef Chantraine und Dieter Ganser, Inhaber der Axa-Versicherungen, die auch auf einen baldigen Anschluss Breinigs an die Euregiobahn setzen. Die Stolberg-Touristik informiert über die Kupferstadt. Und nicht zuletzt die EVS als Hausherr hat sich stark gemacht für den Servicepunkt. Denn mit ihm ist es auch gelungen dem Hauptbahnhof das zurückzugeben, was Reisende seit Jahrzehnten besonders vermisst haben: Öffentliche Toiletten stehen wieder zur Verfügung. Zumindest während der Öffnungszeiten, um eine soziale Kontrolle gewährleisten zu können. Montags bis freitags von 6 bis 19 Uhr, samstags von 8 bis 13 Uhr sowie sonntags von 10 bis 17 Uhr steht das derzeit dreiköpfige Serviceteam für die Wünsche der Reisenden zur Verfügung.

 

Während Dorv-Geschäftsführer Norbert Schommer noch über ein Bon-System, Gutscheine für die WC-Benutzung können im Laden eingelöst werden, nachdenkt, sind auch weitere Service-Angebote in Vorbereitung. Etwa eine Reinigungsannahme, ein Autowäsche-Service, ein Fahrrad-Verleih – Angebote, die im Verlauf der ersten Erfahrungen im Servicepunkt noch entwickelt werden müssen. Dabei setzt „Dorv“ auf die Kooperation mit örtlichen Anbietern.

 

Ausdrücklich bedankte sich EVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil bei Hildegard Nießen und Dr. Tim Grüttemeier von der großen Koalition, die zur Realisierung des Servicepunktes im Hintergrund „zahlreiche Türklinken“ geputzt hatten. Wobei deren Bemühungen um den Stolberger Hauptbahnhof damit noch nicht abgeschlossen sein können. Denn für nächstes Jahr projektiert ist der Ausbau der P+R-Anlage zu einem Parkhaus, von dem aus man per Überführung und Aufzug barrierefrei den Mittelbahnsteig an der Hauptstrecke Aachen – Köln erreichen können soll, den die Deutsche Bahn ab 2016 in einen zeitgemäßen Zustand versetzen soll. Für diese Großprojekte laufen derzeit zahlreiche Abstimmungsgespräche.

 

Eine attraktive Lounge

 

Die aufwändige Sanierung der wilhelminischen Überdachung des Hauptbahnsteigs hat die EVS erst einmal zurück gestellt bis zur Vollendung des Ringschlusses. Im kommenden Jahr soll die Strecke von Alsdorf bis Stolberg durchgängig bedient werden können. Vom 15. Juni an fährt die Euregiobahn schon einmal bis zum Haltepunkt St. Jöris. Halten im kommenden Jahr die Triebwagen dann auch am restaurierten Gleis 44, wird der Stolberger Hauptbahnhof noch stärker frequentiert als es bisher schon der Fall ist. Denn auch zahlreiche Bahnkunden aus den Nachbarstädten nutzen bereits den gut erreichbaren Haltepunkt. Ihnen steht mit der Lounge im Foyer auch eine attraktive Wartezone zur Verfügung. Und sobald die Telekom ihre Leitungen angeschlossen hat, können auf dem Flachbildschirm die Zugabfahrten aktuell angezeigt werden.