Multifunktionsbau für Venwegen - Leader-Fördermittel werden beantragt

 

Die Holzwände des Pavillons in venwegen weisen bereits große Löcher auf, durch die man fast ins Gebäudeinnere greifen kann. Foto: Stolberger Zeitung/Nachrichten
Die Holzwände des Pavillons in Venwegen weisen bereits große Löcher auf, durch die man fast ins Gebäudeinnere greifen kann. Foto: Stolberger Zeitung/Nachrichten

Das Glas der Eingangstüre ist zersplittert. Schlägt man die Türe zu fest zu, wird sie vermutlich aus dem Rahmen fallen. Die Fenster sind kaum noch zu öffnen. Die Holzwände sind an vielen Stellen so modrig, dass man fast hindurch nach draußen greifen kann. Ein solches Gebäude ist nicht mehr zu sanieren.

Der Pavillon neben der Alten Schule in Venwegen muss über kurz oder lang abgerissen werden. Das Problem ist: Der Bürgerverein „Alte Schule“ benötigt das Gebäude dringend als Unterkunft für die Jugendarbeit in Venwegen.

Die alte Schule Venwegen ist ein schönes Bruchsteingebäude in idyllischer Lage am Ortsrand. Errichtet wurde das Gebäude im Jahr 1937. Nach dem Krieg war die Schule schnell zu klein, so dass 1965 auf dem Gelände aus Fertigbauteilen ein hölzerner Pavillon errichtet wurde. Zuletzt wurden hier Grundschüler unterrichtet. Die Gebäude sind immer noch im städtischen Besitz, 2006 übernahm der gemeinnützige Trägerverein „Alte Schule“ die Bewirtschaftung. Über 50 Familien mit 200 Mitgliedern leisten durch ihre Mitgliedsbeiträge den Grundstock dafür, dass hinter den alten Mauern weiter Leben stattfindet. So entstand in der Schule ein offener Jugendtreff mit Billardtisch, kleiner Sitzecke, Disco-Beleuchtung und Bibliothek. Die meisten Räume sind barrierefrei, von Sponsoren wurde unlängst eine behindertengerechte Toilette eingebaut.

Im Pavillon trainieren jede Woche Tanz- und Ballettgruppen. Ebenso drei Garde- und Showtanzgruppen des Karnevalsvereins De Vennkatze. Auch die Pfadfinder haben hier eine Unterkunft gefunden. Mehr als 90 Kinder- und Jugendliche treffen sich hier wöchentlich. Von Schülern der Probst-Grüber-Schule war der Pavillon innen bunt und außen schwedenrot gestrichen worden. Doch auch das kann nicht verhindern, dass die Holzbaracke immer baufälliger wird. Heizung und Belüftung sind katastrophal. Ersatz für den Pavillon mit einer Grundfläche von etwa 8 x 13 Metern muss her.

 

Darin waren sich Vereinsvorsitzende Nicole Schweitzer sowie Fachbereichsleiter Bernd Kistermann und die beiden Vertreter der Mehrheitsfraktionen im Rat, Hildegard Nießen (SPD) und Dr. Tim Grüttemeier (CDU) am Donnerstagabend beim Ortstermin in Venwegen einig. „Das ist auf Dauer leider so nicht weiter zu machen“, stellte Nicole Schweitzer fest. Doch der Stadt fehlt es bekanntermaßen an Geld. Die Hoffnung liegt in diesem Fall, wie bei der alten Schule in Werth, auf finanzielle Unterstützung aus dem Förderprogramm „Leader“, mit dem die Europäische Union gemeinsam mit den Bundesländern Projekte im ländlichen Raum fördern will. Nachdem die Töpfe für das aktuelle Programm ausgeschöpft sind, ruhen die Hoffnungen auf eine Fortsetzung von 2015 bis 2023. Während in Werth mit einer Förderung in Höhe von bis zu 60 Prozent der Kosten zu rechnen wäre, könnten es in Venwegen sogar 80 Prozent sein. Der Grund: Venwegen fällt in den Bereich Naturpark Nordeifel, der besonders unterstützt wird. Der Antrag für die Fördermittel zur Sanierung der alten Schule in Werth wurde von der Stadtverwaltung bereits ausformuliert. Ein Förderantrag für Venwegen müsse jetzt schnellstmöglich auf den Tisch, forderten Nießen und Grüttemeier.

SPD und CDU legten deshalb gestern einen entsprechenden Antrag an den Bürgermeister und den Rat vor. Darin wird die Verwaltung beauftragt, einen Abriss des Pavillons an der alten Schule in Venwegen auf den Weg zu bringen sowie den Neubau eines multifunktionalen Gebäudes an gleicher Stelle zu planen. In enger Absprache mit dem Verein „Alte Schule“. Außerdem soll die Verwaltung die entsprechenden Kosten auflisten und ermitteln, welche Fördergelder, vor allem aus dem Leader-Programm, für die Maßnahme zu erhalten sind.

Die Hoffnung der Politiker ist, dass beide Projekte aus Werth und Venwegen möglichst schon ab 2015 in den Genuss von Fördermitteln kommen. Auch wenn die Stadt Stolberg dann gleich mit zwei Anträgen komme. Grüttemeier: „Hier handelt es sich ja um zwei völlig unterschiedliche Maßnahmen. Auch wenn von beiden Projekten die Stolberger Jugend profitieren würde.

Quelle: Stolberger Zeitung/Nachrichten