FH soll der Stolberger Wirtschaft Impulse geben

Innovatives Solarpanel, aber etwas in Vergessenheit geraten: Das Dienstleistungszentrum soll wieder eine aktivere Rolle spielen.
Innovatives Solarpanel, aber etwas in Vergessenheit geraten: Das Dienstleistungs-zentrum soll wieder eine aktivere Rolle spielen.

  Gemeinsamer Vorstoß von CDU und  

  SPD. Kooperation soll Standortpolitik

  der Kupferstadt beleben.

  Fachhochschule will beim Knüpfen von

  Netzwerken helfen. Das

  Dienstleistungszentrum soll wieder in

  den Fokus gerückt werden.

 

Probleme mit dem Einstieg ins digitale Zeitalter hatte vor einigen Jahren das Waagenbau-Unternehmen Dohmen aus Würselen. In seiner Not wandte es sich an die Aachener Fachhochschule. Dort entwickelte Prof. Dr. Volker Sander vom Lehrstuhl für angewandte Informatik eine spezielle Software für den mittelständischen Handwerksbetrieb, der wieder auf Expansionskurs ist. Dies ist nur eines von vielen Beispielen eines erfolgreichen Technologietransfers von der Hochschule in die Wirtschaft, ein Vorbild auch für die Kupferstadt.

 

Arbeitsplätze zentrales Thema

Stolberg soll eine Kooperation mit der Aachener Fachhochschule eingehen und ein Netzwerk für Arbeit und Wirtschaft knüpfen. Mit diesem gemeinsamen Vorstoß wollen SPD und CDU der Wirtschaftsförderung in der Kupferstadt wieder neues Leben einhauchen. Und damit diese Impulse nicht im Wahlkampf zerstäubt werden, peilen sie das zweite Halbjahr an für ihre Offensive. „Stolberg hat die höchste Arbeitslosenquote in der Region“, konstatiert Dieter Wolf (SPD). „Arbeitsplätze und Wirtschaftsförderung müssen das zentrale Thema in dieser Stadt sein.“

Damit dieses Thema nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, sondern ihm auch Leben eingehaucht wird, hat sich die große Koalition auf die Suche nach Partnern gemacht und ist bei der Aachener Fachhochschule auf offene Türen gestoßen. Eine Win-Win-Situation sieht auch Rektor Prof. Marcus Baumann.

Die Hochschule kann mit ihren Ressourcen Stolberger Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen anbieten, umgekehrt werden Bande geknüpft, die den gut ausgebildeten Studenten Arbeitsplätze vor Ort bieten. „Es gibt schon jetzt einen eklatanten Mangel an Ingenieuren“, sagt Baumann. Rekrutierung von Fachkräften wird eine Herausforderung. Deshalb will der Rektor Kindern schon früh die Möglichkeit bieten, Einblicke in Unternehmen vor Ort zu gewinnen, um ihre Berufs- und Studienwünsche zu wecken. Es müsse auch viel getan werden, um Mädchen für Technik zu begeistern.

Im Rahmen einer großen Auftaktveranstaltung will die große Koalition den Startschuss geben für eine intensive Netzwerkarbeit. Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung, Stolberger Schulen und die Fachhochschule sowie die Verwaltung sollen an einen Tisch geholt werden, um dann in konkrete Projekte einzusteigen.

 

Dialog mit der Wirtschaft

„Stolberg muss endlich in einen Dialog mit der Wirtschaft eintreten“, formuliert Dr. Tim Grüttemeier (CDU) die Erwartungshaltung einer aktiven Förderpolitik, die die Kupferstadt und ihre Wirtschaft in Szene setzt und sich den Problemen stelle. „Das fängt bei kommunikativen Veranstaltungen wie einem regelmäßigen Unternehmerfrühstück an und geht weiter bis hin zur Vermittlung von Kontakten mit den Hochschulen“, möchte die Koalition eine engmaschige Netzwerkstruktur schaffen.

Das Stolberger Dienstleistungszentrum wieder stärker in den Fokus rücken möchte auch Dieter Wolf. „Es ist nicht ausgelastet, und wir müssen es wieder stärker als Gründerzentrum nutzen“ und Firmen für einen Start in Stolberg gewinnen. Wie das funktioniere, mache Baesweiler mit seinem ITS vor. Immerhin verfüge Stolberg dank seiner gut strukturierten Schullandschaft über beste Möglichkeiten, um mit der FH Aachen als Partner wichtige Akzente für Arbeitsplätze und Wirtschaft setzen zu können.