Traurige Weihnachtstage für fertige Referendare

Nachdem in den letzten Wochen das heikle Thema der Referendare in den Medien aufgegriffen wurde, gibt es Gerüchte, dass das Ministerium nach der Evaluation der Studienseminare nach Möglichkeiten sucht die ungünstige Terminierung der Ausbildungszeiten zu schieben. Trotz ersten zaghaften Bemühungen kommt diese Hilfe für die Referendare aus den Abschlussjahrgängen 2013 viel zu spät. Die Junge Union Stolberg hat zusammen mit Ihrem Vorsitzenden Hans Bruckschen Gespräche mit betroffenen Referendaren gesucht und dabei noch erschreckendere Aussagen bekommen, als ohnehin schon bekannt waren.

„Viele meiner ehemaligen Kollegen berichten von großem Frust, gerade mit Blick auf die Weihnachtstage und die ungewisse Zukunft. Sie sehen sich gezwungen mit zwei Staatsexamen in dieser Übergangszeit in Berufsfelder abzuwandern, die sehr wenig mit der eigentlichen Ausbildung zu tun haben“, berichtet Hans Bruckschen.

Wer nicht mir Hartz –IV leben möchte oder kann, versucht sich mit Aushilfsjobs in der Gastronomie, Büro- oder Baubranche über Wasser zu halten oder denkt sogar über das Abwandern in andere Bundesländer oder Nachbarstaaten nach. Saskia Bläsius, angehende Grundschullehrerin und stellvertretenden Vorsitzende der Jungen Union stellt besorgt fest: „ Wenn ich mir die Lage momentan anschaue, weiß ich überhaupt nicht wie es in Zukunft bei mir weitergeht. Es sind zwar momentan wieder mehr Stellen im Bereich der Grundschulen ausgeschrieben, aber auch hier sah es vor zwei Jahren noch deutlich anders aus. Wie kann ich mir da sicher sein, dass wenn ich fertig bin, nicht das Gleiche passiert, was momentan den Kollegen der Sekundarstufe II widerfährt. Ich habe ernsthafte Sorgen.“

Neben den Zukunftssorgen stürmen nun auch noch Nebenerscheinungen auf die jungen Akademiker ein, die aus dem Status der Verbeamtung auf Widerruf erfolgen. So erhalten in diesen Tagen etliche ehemalige Referendare die Aufforderung sich bzgl. der Nachversicherung zur Rentenkasse zu äußern und ggf. diese Nachforderungen zu begleichen, sofern sie nicht innerhalb der nächsten beiden Jahre in ein Beamtenverhältnis zurückkehren. Haben die jungen Lehrer darauf überhaupt einen Einfluss bei der jetzigen Stellenlage? Viele junge Lehrer fühlen sich im Stich gelassen und empfinden diese Forderungen als durchaus paradox, wenn man bedenkt, dass sie am 1.Oktober 2013 das letzte Mal Geld erhalten habe und nun auf Kosten der Eltern leben oder das Glück hatten zumindest Hartz-IV oder eine der wenigen Vertretungsstelle zu ergattern.

Die Junge Union fordert die Landesregierung und die gesamt Bandbreite der Politik auf, Sofortmaßnahmen zu ergreifen um den selbstproduzierten Einstellungsstau zu beheben, die Leute von der Straße zu holen und ihnen die Möglichkeit zu geben in ihrem Beruf zu arbeiten. Dazu gehört für die JU, dass die Gelder für Vertretungsmittel aufgestockt, zum Februar und zum September zusätzliche Beamtenstelle bewilligt und in der Phase der Nichtbeschäftigung geförderte Fortbildungen im Bereich Bildung angeboten werden müssen, die sich an Kolleginnen und Kollegen richten, die keine Stelle in Aussicht haben. Hans Bruckschen betont: „ Hier besteht die Chance, junge Lehrer fortzubilden, ihre Einstellungschancen zu verbessern, sie stärker auf zukünftige Aufgaben der Inklusion vorzubereiten und unseren Bildungssektor deutlich zu stärken. Die jetzige Situation ist untragbar für den Bildungsstandort NRW und reine Lippenbekenntnisse reichen nicht aus, es müssen Fakten geschaffen und keine Prognosen über eine mögliche Entspannung im Jahre 2014 angestellt werden. Der Stau muss beseitigt werden zugunsten unserer Schüler.“

 

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