„Ein Spielplatz ist wichtiger als eine Mittelinsel“

„Frische Farbe wäre ausreichend, eine Mittelinsel in der Bischofstraße überflüssig“: Die Büsbacher setzten auch beim Ortstermin zuerst auf ein Gesamtkonzept zur Gestaltung des Dorfmittelpunktes, bevor Einzelmaßnahmen einer Gestaltung aus einem Guss widers
„Frische Farbe wäre ausreichend, eine Mittelinsel in der Bischofstraße überflüssig“: Die Büsbacher setzten auch beim Ortstermin zuerst auf ein Gesamtkonzept zur Gestaltung des Dorfmittelpunktes, bevor Einzelmaßnahmen einer Gestaltung aus einem Guss widers

(Stolberger Zeitung)

CDU Ortsverband Büsbach

Büsbacher erteilen bei Ortstermin den Plänen der Verwaltung eine Absage. Erst ein Gesamtkonzept. „Feuerwehr erreicht Wohnungen von der Straße aus.“

Stolberg-Büsbach. Mittelinsel bauen? Parkplätze entfernen? Nicht wenn es nach der Meinung der Büsbacher bei einem Ortstermin der CDU an der Einmündung der Bischof- in die Konrad-Adenauer-Straße geht. Die sahen das Engagement der Verwaltung an der falschen Stelle. Der fehlende Spielplatz im zweitgrößten Stolberger Stadtteil, das ist das Thema, das die Büsbacher bewegt. Denn der Spielplatz besteht lediglich aus einer Wippe auf dem Markt, und die ist bereits seit Wochen wieder abgesperrt.

„Wo sollen wir mit unseren Kindern denn hier spielen gehen?“ fragt sich nicht nur Corinna Nagedes. „In Breinig gibt es fünf Spielplätze, in Büsbach keinen.“ Das ist ein Thema, um das sich Verwaltung und Politik kümmern sollten. Denn irgendwo müssten die Kleinen ja ihrem Bewegungsdrang nachgehen können. „Nicht jeder hat hier einen Garten“, unterstreicht Nagedes, dass das Problem den Menschen im Dorf unter den Nägeln brennt.

Einheitliche Gestaltung

Ein Stichwort, auch für Günter Dahmen, der den Entwicklungsprozess im Rahmen des städteregionalen Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ maßgeblich mitgestaltet hat. Nach dem Aus für den kleinen Spielplatz auf einem Hintergelände an der Bischofstraße wollte die Verwaltung zunächst Spielgeräte auf der abschüssigen Fläche neben dem Ehrenmal installieren. „Das war weder dem Zweck dienlich, noch passte es ins Dorfbild“, sahen sich Dahmen und seine Mitstreiter durch die Kommission der Städteregion in ihrem Urteil bestätigt. Aber die Dorfgemeinschaft arbeitete erfolgreich an einer Alternative. „Mit der Leitung der Büsbacher Grundschule wurde im Herbst 2008 über die Nutzung eines Teils des Schulhofes als Spielplatz Einigkeit erzielt“, so Dahmen. Es gibt auch abgestimmte Pläne.

Aber die liegen in den Schubladen der Verwaltung, erklärte Ratsvertreter Siegfried Pietz. Die erforderlichen Mittel wurden seinerzeit durch die Ratsmehrheit wegen der Finanzlage gestrichen. Der nun vom Jugendamt angemeldete Finanzbedarf taucht im Haushalt erst gar nicht auf. „Den Spielplatz könnte man ja schon in ersten kleinen Schritten realisieren“, meint Dahmen. „Nicht jedoch einfach eine Mittelinsel in die Bischofstraße einbauen.“ Dieses Vorhaben der Verwaltung war der eigentliche Anlass für die Zusammenkunft. Denn im Rahmen des Dorfentwicklungsprozesses – unter Beteiligung von Verwaltung, FH und RWTH Aachen – waren drei unabhängige Planungsgruppen zum gleichen Ergebnis gekommen: Ein niveaugleicher Ausbau zwischen Galmei-, Bischofstraße und „Auf der Höhe“, eine Ausweitung des Marktplatzes und die Schaffung von Parkraum in einer einheitlichen Gestaltung, damit der Mittelpunkt des Dorfes sichtbar wird und alles zusammen passt.

Und vor allem in einem Punkt bestand Einigkeit, betont Dahmen. Zuerst sollte ein Gesamtkonzept her, das man anschließend mit einzelnen Maßnahmen mit Leben füllen kann. Aber nicht umgekehrt. Weil Einzelmaßnahmen ohne Gesamtkonzept die Lage im Ort eher schlimmer machen würden. Dazu zählt der Büsbacher die geplante Mittelinsel.

Ärger über fehlende Beteiligung

Unverständnis herrscht in Büsbach aber auch über den Umstand, dass ein vermutlich preiswerterer Zebrastreifen nicht realisiert werden könne, wohl aber eine kostenintensivere Mittelinsel. „Wenn hier überhaupt etwas gemacht werden muss, dann kann das nur ein Zebrastreifen sein, der später auch wieder preiswert entfernt werden kann“, so Dahmen.

Aber für derzeit absolut ausreichend halten es die Büsbacher, wenn die bestehenden Farbmarkierungen des bestehenden Überweges mit seinen neuen Bordsteinabsenkungen einfach nur aufgefrischt würden.

Gar kein Thema ist aus Büsbacher Sicht das Entfernen von drei Stellplätzen an der Konrad-Adenauer-Straße, damit die Feuerwehr einen Aufstellplatz für ihre Drehleiter gewinnt. Der ist offensichtlich auch gar nicht erforderlich, wie Michael Saabe von der Eisdiele erläuterte. Denn als dort eine ausfahrbare Markise installiert werden sollte, wurde zuvor mit der Feuerwehr die Erreichbarkeit der Wohnungen getestet. „Die stand mit der Drehleiter auf der Straße und ist überall wunderbar dran gekommen“, erzählt Saabe.

Und noch eins ärgert Büsbacher wie Axel Wirtz (MdL): „Überall wird großen Wert auf die Beteiligung der Bürger gelegt; und die ist hier beim Dorfentwicklungsprozess optimal gelaufen“, so das Mitglied des Städteregionstages. „Und nun übergeht die Stadtverwaltung die Bürger.“ Dabei erlebe sie gleichzeitig wie gewinnbringend dieser Prozess sein kann, nennt Wirtz das Beispiel Mausbach. Dort kann die Stadt dank des Dorfentwicklungsprozesses mit einem deutlichen Zuschuss zum Abriss des alten Feuerwehrgerätehauses und der Neugestaltung einer Verbindung zwischen Markusplatz und dem Vorplatz des Bürgerhauses rechnen.

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 19. April wird den Vorstoß der Verwaltung die Koalition voraussichtlich ablehnen, ließ Siegfried Pietz bereits durchblicken.

 

 

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