Die Rückkehr des sozialen Wohnungsbaus

Breite Mehrheit stützt das 2,8 Millionen Euro kostende Vorhaben auf der Rotsch . 

Die Kupferstadt kehrt zurück auf das Feld des sozialen Wohnungsbaus. Mit breiter Mehrheit stimmte der Stadtrat sowohl dem Einstieg in die Änderung des Bebauungsplanes für die Rotsch zu wie er auch das architektonische Konzept der beiden Mehrfamilienhäuser beschied, deren Bau erst im nächsten Jahr beginnen kann. Knapp 2,8 Millionen Euro investiert die Stadt in eine zeitgemäße Architektur für insgesamt 16 individuelle Wohneinheiten für Ein- bis Fünf-Personenhaushalte. Mit mehr als 400 000 Euro an Zuschüssen wird gerechnet.

 

Ebenfalls mit breiter Mehrheit gab der Stadtrat die im Haushalt dafür eingeplanten 550 000 Euro frei. Weitere 2,25 Millionen Euro werden aktiviert, indem Verpflichtungsermächtigungen für 2017 nun für das Projekt etatisiert werden, die aktuell nicht kassenwirksam werden: Die betroffenen Mittel für das Bürgerhaus Werth, die Neugestaltung des Markusplatzes, den Ausbau des Rosenwegs, die Verrohrung des Mausbaches und der Gehwegsanierung Vichter Straße sollen im Haushalt 2017 neu angesetzt werden.

 

Das Finanzvolumen für das Wohnungsbauvorhaben muss aber im Etat ausgewiesen sein, da gestern Abend der Vergabeausschuss den Bau komplett beauftragt hat. Nur begonnen werden kann noch nicht, da zuerst die Änderung des Bebauungsplans im vereinfachten Verfahren erfolgen muss. Das dauert in der Regel etwa ein Jahr. Vorgesehen ist eine frühzeitige Bürgerbeteiligung, verzichtet werden soll auf eine Umweltprüfung.

 

Dieter Wolf begrüßte ausdrücklich „die Rückkehr der Stadt auf dem Felde des sozialen Wohnungsbaus“ nach langen Jahren der Abstinenz. Für Inhaber von Wohnberechtigungsscheinen ebenso wie für Flüchtlinge müsse eine Kommune adäquaten Wohnraum bieten können. „Dies macht nicht nur Sinn, sondern wir sind dabei sogar Vorreiter in der ganzen Region“, unterstrich Jochen Emonds. Die Nachfrage nach sozialem Wohnraum wachse und sei höher als das Angebot.

 

Bei der Beschlusslage wurden Anregungen der Anlieger aus vorangegangenen Bürgerinformationen berücksichtigt. So soll die Erschließung über das frühere Sportplatzgelände erfolgen und der Eingang des nördlichen Gebäudes zum Innenhof an der Südseite verlegt werden.

 

Quelle: Stolberger Nachrichten / Zeitung