Kupferstadt will "europaaktiv" werden

Positive Impulse von NRW-Auszeichnung erhofft

Unter anderem als Gründungsmitglied des „Rings der europäischen Schmiedestädte“ stehen die Chancen für Stolberg nicht schlecht, als „Europaaktive Kommune in NRW“ ausgezeichnet zu werden. Foto: D. Müller
Unter anderem als Gründungsmitglied des „Rings der europäischen Schmiedestädte“ stehen die Chancen für Stolberg nicht schlecht, als „Europaaktive Kommune in NRW“ ausgezeichnet zu werden. Foto: D. Müller

Die Kupferstadt will eine „Europaaktive Kommune in NRW“ werden. Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, an dem gleichnamigen Landeswettbewerb teilzunehmen.

Als Industriestadt in Grenznähe empfehle sich die Bewerbung um die Auszeichnung „Europaaktive Kommune“, Stolberg könne so bereits geleistete Aktivitäten bündeln und zusammenführen und im Falle einer erfolgreichen Bewerbung von einem starken Netzwerk profitieren. In dem Wettbewerb, der 2015 in die dritte Runde geht, wurden von der Landesregierung bisher 32 Kreise, Städte und Gemeinden für ihren Einsatz prämiert, die seitdem einen regen Erfahrungsaustausch über kommunale Europaaktivitäten praktizieren.

Netzwerk-Tagungen

In regelmäßig stattfindenden Netz­werk-Tagungen in der Landesfortbildungsakademie haben die ausgezeichneten Kommunen Gelegenheit, sich einen Überblick über aktuelle kommunalrelevante EU-Themen und Förderprogram­me zu verschaffen. Einhellig befand der Stadtrat, dass die Auszeichnung für Stolberg ein weiterer wichtiger Schritt sei, um das Image der Kupferstadt als weltoffene, tolerante und proeuropäische Kommune zu festigen. Davon, als „Europaaktive Kommune“ ausgewiesen zu sein, erhofft der Rat zudem positive Impulse für den Tourismus und auch für andere Wirtschaftsbereiche.

Schon heute profitiere die lokale Industrie stark von der Grenzlage Stolbergs „im Herzen Europas“ und arbeite intensiv mit Kunden und Partnern in den Niederlanden und Belgien zusammen. Auch für die Bürger sei der Austausch mit den europäischen Nachbarn seit jeher gelebte Normalität.

Untrennbar verwoben

Die Stolberger Politiker schlossen sich der Auffassung an, dass nachhaltiges europapolitisches Engagement für deutsche Kommunen unerlässlich sei, da europäische Institutionen große Bedeutung hinsichtlich der täglichen Verwaltungsarbeit hätten. Kommunalpolitik und Europapolitik seien mittlerweile untrennbar miteinander verwoben, mehr als 60 Prozent aller kommunalrelevanten Gesetze und Verordnungen würden heute auf europäische Beschlüsse zurückgehen.

In der Städteregion hat sich Herzogenrath als „Europaaktive Kommune“ erwiesen, indem die Stadt mit Kerkrade zum Beispiel Projekte wie den „Eurode-Rollstuhlwandertag“ oder den „Eurode-Cup – Fußball als Mittel zur Völkerverständigung“ ins Leben gerufen hat. Stolbergs Chancen, bald die Auszeichnung „Europaaktive Kommune“ tragen zu können, sollten indes auch nicht schlecht stehen.

Punkten kann die Kupferstadt etwa mit den Europaschulen Goethe-Gymnasium und Berufskolleg Stolberg/Simmerath. Das Kulturfestival „Stolberg goes...“ stand im vergangenen Jahr unter dem Motto Euregio Maas-Rhein, zuvor standen mit Italien, Frankreich und Spanien europäische Länder im Mittelpunkt, in diesem Jahr wird es Irland sein.

Große Hoffnungen setzt der Stadtrat auch auf das Kupferstädter Engagement in puncto Hammer und Amboss: Stolberg ist Gründungsmitglied des „Rings der europäischen Schmiedestädte“ und könne daher seinerseits eine andere Perspektive und neue Erfahrungen aus dem Bereich interkommunaler europapolitischer Zusammenarbeit in das Netzwerk der „Europaaktiven Kommunen“ einbringen.

Quelle: Stolberger Nachrichten / Zeitung